• Finis Kritik am Faschismus stürzt Partei in die Krise Führende Rechte wollen Vorsitzenden zur Rede stellen

Politik : Finis Kritik am Faschismus stürzt Partei in die Krise Führende Rechte wollen Vorsitzenden zur Rede stellen

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(dpa). Die Verurteilung des italienischen Faschismus’ durch den Parteivorsitzenden Gianfranco Fini hat eine Krise in der rechtskonservativen Nationalen Allianz (AN) in Rom ausgelöst. Es drohe ein Machtkampf an der Spitze der Regierungspartei, führende Mitglieder forderten einen Parteitag vor Jahresende, berichteten italienische Zeitungen. An der Basis gebe es heftige Proteste gegen die Äußerungen Finis.

Die AN war Mitte der 90er Jahre, maßgeblich durch Finis Einsatz, aus der neofaschistischen Partei hervorgegangen. Fini hatte kürzlich bei einer Israelreise den Faschismus als „absolutes Übel“ bezeichnet. Aus Protest kündigte Alessandra Mussolini (40), Enkelin des ehemaligen italienischen Diktators, bereits ihren Austritt aus der Partei an. Fini sei „ein Politiker ohne Herz und Seele“, sagte sie in einem Interview. Er verdrehe die Geschichte und habe die Partei in Wahrheit „schon vor langer Zeit verlassen“.

Hunderte Parteimitglieder machten ihrem Ärger über Finis Äußerungen in Telefonaten und EMails Luft. Sie fürchten, die AN verliere ihre Identität als Rechtspartei. „Warum sollten die Leute noch AN wählen und nicht Forza Italia“, die Partei von Premier Silvio Berlusconi, hieß es in Protestschreiben. Fini, der Benito Mussolini (1883-1945) einmal den größten Staatsmann des 20. Jahrhunderts genannt hatte, will dagegen seinen Kurs des Wandels der Partei fortsetzen.

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