Politik : Fischer: EU muss Nahost-Kurs ändern „Existenzrecht Israels anerkennen“

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(vs). Außenminister Joschka Fischer hat die Europäer aufgefordert, ihre Perspektive auf den NahostKonflikt zu ändern. „Wenn die These richtig ist, dass der neue Antisemitismus vom Nahost-Konflikt nicht zu trennen ist, dann wird Europa sein Verhältnis zu Israel ändern müssen“, sagte Fischer zum Auftakt einer internationalen Antisemitismus-Tagung am Mittwochabend in Berlin. Zugleich rief der Außenminister zu Solidarität mit Israel auf. Die Frage des Existenzrechts Israels sei in weiten Kreisen keineswegs akzeptiert. Antisemitismus trete oft auch in Gestalt von Kritik an Israel auf.

„Antisemitismus ist eine Beleidigung des demokratischen Deutschlands, und das dürfen wir uns nicht gefallen lassen“, sagte Fischer. Zugleich warnte er vor einem „linken Nationalismus“. Ahnlich äußerte sich auch die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne): „Innerhalb der Linken gibt es oft eine befremdlich stärkere Empathie mit den Leiden des palästinensichen Volkes als mit den Leiden des israelischen Volkes.“

Beck kritisierte auch den wachsenden Antisemitismus unter der muslimischen Bevölkerung in Deutschland. „Es gibt einen neuen Antisemitismus in unserem Land – bei Palästinensern, Türken und Arabern“, sagte die Migrationsbeauftragte auf der Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung. Damit müsse sich die Gesellschaft auseinander setzen und dabei auch an die eigenen Schmerzgrenzen gehen.

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