Politik : Fischer Feinde (Kommentar)

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Die Jagd ist eröffnet. Joschka Fischer ist einer der beliebtesten Politiker der Republik. Soweit die Bürger. Seine Partei leidet unter ihm und gelegentlich auch die Angehörigen jenes Berufsstandes, die über ihn zu berichten haben. Fischer bettelt nicht um Beliebtheit. Das ist eine der Grundlagen seines Rufes. Aber es ist auch eine Gefahr. Wenn er fiele - niemand hätte Mitleid. Stärke macht einsam. Und wer einsam ist, macht leichter Fehler. Lange hat Fischer sie nur gemacht, wenn es um seine Partei ging. Nun beginnt er, auch was sein Amt angeht, sich in Widersprüche zu verwickeln. Es ist immer schwierig, vertrauliche Vorgänge in der Öffentlichkeit politisch so darzustellen, dass die Vertraulichkeit nicht verletzt wird. Das ist eine Gradwanderung. Bei Fischer sieht sie in der Frage der Hermes-Bürgschaften eher wie ein Eiertanz aus. Hat der Minister gelogen? Hat er etwas verschwiegen? Offene Fragen. Und sie werfen weitere auf. Von wem stammen die Indiskretionen? Ginge Trittin so weit, er gefährdete auch die eigene Stellung. Aber welches Spiel treibt Wirtschaftsminister Müller? Einerseits schätzt er die Grünen als Modernisierungspartner, anderseits ärgert er sie, wo er kann. Am Ende ist es Schröders Aufgabe, Klarheit zu schaffen. Denn wer Fischer demontiert, gefährdet die ganze Regierung.

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