Politik : Fischer in Dublin: Der Bundesaußenminister wirbt bei den Iren für EU-Erweiterung

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Bundesaußenminister Joschka Fischer hat die Iren am Montag eindringlich aufgerufen, die in Nizza ausgehandelten Reformverträge der EU gutzuheißen. Irland wird als einziges EU-Land ein Referendum darüber abhalten, voraussichtlich am 7. Juni. Fischer hielt einen Vortrag vor geladenen Gästen in Dublin. Dabei stellten die beiden grünen Abgeordneten des irischen Parlaments sehr kritische Fragen, besonders, was die gefährdete irische Neutralität betrifft. Denn die irischen Grünen werden eine Ablehnung der Vereinbarungen von Nizza empfehlen. "Integration ist gut für die Ökologie", behauptete der grüne Außenminister griffig - und tatsächlich ist diese Aussage in Irland gültig. Denn erst seit dem EU-Beitritt ist bei den Iren ein ökologisches Bewusstsein gewachsen.

Gestern hakte die grüne Europaabgeordnete Patricia McKenna (Dublin) nach: sie bezeichnete Fischers Behauptung, wonach ein irisches Nein die Aufnahme neuer Mitglieder verzögern werde, als "unwahr". Fischer hatte Irlands Übergang von einem Nettobezieher von EU-Geldern zu einem Nettozahler (ab 2006) begrüßt: "Welcome to the club!", rief er zu verhaltenem irischem Gelächter aus. Die Inselrepublik sei geradezu zum Vorbild für die Beitrittskandidaten geworden. Der irische Außenminister Brian Cowen beteuerte in seiner Replik auf Fischers Rede, das bevorstehende Referendum sei ein Anlass zu beweisen, dass Irland die Osterweiterung nicht nur pflichtschuldig, sondern enthusiastisch unterstütze.

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