Politik : Fischer lobt Gesamtschulen

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Berlin (Tsp). Bayern liegt im deutschen Pisa-Vergleichstest der Schulen fast durchweg vorn. Das bestätigt die jetzt vorliegende Endfassung der innerdeutschen Untersuchung. Auf den weiteren vorderen Plätzen liegen Baden-Württemberg, Sachsen und Rheinland-Pfalz. Im internationalen Pisa-Vergleich kann allein Bayern einigermaßen mithalten, auf Rängen zwischen zehn und zwölf. Deutschland insgesamt hatte den 21. Platz von 32 geschafft. Durchweg am Ende der Bewertungsskala liegen Bremen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Aber nicht immer ist der Süden vorn: Bei den naturwissenschaftlichen Fertigkeiten der Gymnasiasten führt Schleswig-Holstein. Berlin wurde nur im Vergleich der Gymnasien gewertet. Dort liegt es aber besser als gedacht im Mittelfeld.

Grünen-Spitzenkandidat und Außenminister Joschka Fischer hält die bayerische Bildungspolitik dennoch nicht für vorbildlich. Für ihn ist das Gesamtschulsystem Finnlands das beste Modell. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel am Sonntag lobte Fischer die sozialdemokratischen Bildungsreformen der 60er Jahre als die „ganz entscheidenden gesellschaftlichen Reformen für mehr Gerechtigkeit. Dass das jetzt unter dem Gesichtspunkt der Leistungssteigerung in Frage gestellt wird, das muss man zum zentralen Gerechtigkeitsthema machen." Fischer weiter: „Das alte wilhelminische Gymnasium hätte nach den Standards, die heute gestellt werden, vermutlich besser abgeschnitten, weil es sozial ganz eng ausgewählt hat.“ Die Vorsitzende des Bundeselternrats, Renate Hendricks, verlangte im Gespräch mit dem Tagesspiegel am Sonntag bundesweite Bildungsstandards und empfahl, Eltern in schlechteren Schul-Ländern zu klagen.

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