Politik : Fischer lobt Mitbestimmung und kritisiert VW-Manager

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Berlin Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat davor gewarnt, wegen der Vorgänge bei VW die betriebliche Mitbestimmung in Frage zu stellen. Sie sei vielmehr „ein Positivfaktor unserer Wirtschaft“, sagte Fischer dem Tagesspiegel. „Ich sage ein donnerndes Ja zur Organisationskraft der Gewerkschaften.“ Auch Politiker aus SPD und CDU verteidigten die Mitbestimmung. Kritik kam erneut vom FDP-Vize Rainer Brüderle.

Die Betriebsräte bei Opel, Karstadt oder Siemens seien zu „heroischen Anstrengungen“ bereit gewesen, um Arbeitsplätze zu sichern, sagte Fischer. „Fehler gibt es auch im Management, und zwar reichlich“, warnte der Grünen-Politiker: „Deswegen kommt doch auch niemand auf die Idee, das Management durch Arbeiterräte ersetzen zu wollen.“ Alle Vorwürfe müssten aufgeklärt werden. „Viel bedrohlicher“ als die aktuellen Vorgänge sei für VW „die Tatsache, dass die Firma im Dieselbereich hinter den Franzosen herfährt, weil sie die Einführung des Ruß-Partikelfilters schlicht und einfach verschlafen hat“.

In der VW-Affäre um Schmiergeld und Sex sieht der Kieler FDP-Politiker und Rechtsanwalt Wolfgang Kubicki einen Angriff auf VW-Personalvorstand Peter Hartz. „Ich habe den Eindruck, dass mein Mandant als Bauernopfer ausgesucht wurde, um dem König – Peter Hartz – ans Leder zu kommen“, sagte Kubicki der dpa. Der Anwalt vertritt einen der beschuldigten ehemaligen VW-Mitarbeiter. hmt/has

Seiten 2, 15 und Meinungsseite

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