Politik : Fischer sucht neue Staatssekretäre

-

Berlin Stühlerücken bei den Spitzendiplomaten: In Kürze wird das Bundeskabinett über die Neubesetzung der Schlüsselpositionen im Auswärtigen Amt und in den wichtigsten deutschen Botschaften in der Welt entscheiden. Ein einflussreicher Beamter wird aber zunächst in Berlin bleiben. Der europapolitische Berater von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Reinhard Silberberg, wird vorerst nicht als EU-Botschafter Deutschlands nach Brüssel wechseln.

Schröder habe Silberberg gebeten, wegen der anstehenden wichtigen europapolitischen Themen weiter im Amt zu bleiben, hieß es in der Regierung. Damit zeichnet sich ab, dass der amtierende EU-Vertreter Wilhelm Schönfelder bis Mitte 2006 auf dem Posten bleiben wird. Ursprünglich sollte der 64-Jährige Mitte dieses Jahres sein Amt abgeben. Deutschland übernimmt in der ersten Jahreshälfte 2007 die EU-Ratspräsidentschaft.

Wechsel werden auf den beiden Staatssekretärsposten des Auswärtigen Amts erwartet. Während Jürgen Chrobog wegen Erreichens der Altersgrenze im Sommer ausscheidet, wird Staatssekretär Klaus Scharioth als neuer Botschafter in Washington gehandelt. Der jetzige ständige Vertreter in den USA, Wolfgang Ischinger, soll im Herbst Botschafter in London werden. Von dort wechselt dann Thomas Matussek voraussichtlich an die Spitze der Botschaft in Neu-Delhi.

Als neue Staatssekretäre unter Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sind der jetzige Botschafter in Madrid, Georg Boomgarden, sowie der bisherige politische Direktor, Michael Schaefer, im Gespräch. Fischers Vertrauter Georg Dick, derzeit Leiter des Planungsstabs, gilt als Anwärter für den Botschafterposten in Mexiko. Als sein Nachfolger wird der deutsche Botschafer in Kairo, Martin Kobler, gehandelt. Vor seinem Einsatz in Ägypten war Kobler Fischers Büroleiter.

Der Umzugstermin für die Diplomaten des Auswärtigen Amts ist jedes Jahr auf den 1. Juli festgesetzt. Die Vorschläge für die Besetzung der wichtigsten Vertretungen Deutschlands werden dem Kabinett im Paket vorgelegt.dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben