Politik : Fliegende Augen

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Die Bundesregierung betont, die Einsätze der Awacs (Airborne Warning and Control System) über der Türkei seien rein defensiver Natur. Allerdings kann das luftgestützte Frühwarn und Kontrollsystem auch als Feuerleitstand für Kampfflugzeuge genutzt werden. Einige Experten halten eine strikte Trennung offensiver und defensiver Aufgaben der auch als „fliegende Augen“ bezeichneten Radarflugzeuge daher für schwierig. Im Golfkrieg 1991 waren die 33 Maschinen der USA – die Nato verfügt über 17 – rund um die Uhr im Einsatz und flogen laut US-Militär mehr als 400 Missionen. Nach offiziellen Angaben wurden damals 38 der insgesamt 40 Abschüsse irakischer Maschinen durch die Awacs unterstützt. Das System ist für die Militärs deshalb so interessant, weil niedrig fliegende Ziele bis zu einer Entfernung von 375 Kilometern erfasst werden können, Flugzeuge in mittlerer und großer Höhe sogar bis weit über 500 Kilometer. Die von den Awacs ermittelten Daten werden sofort auf Videoschirmen dargestellt und sind daher auch für Luftkämpfe oder Angriffe aus der Luft auf Bodenziele direkt nutzbar. Außerdem verfügen die meist umgebauten vierstrahligen Boeing 707 oder 767 über eine Freund-Feind-Kennung sowie Störsender für feindliches Radar. lem

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