Flüchtlinge aus Afghanistan : Bedrohliche Lage

Soll, darf, muss Deutschland Flüchtlinge aus Afghanistan abschieben? Besser wäre, sie könnten auf eine Aussetzung von Rückführungen vertrauen. Ein Kommentar.

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Bombenanschlag am Sonntag nach Weihnachten in der Provinz Helmand - drei von vielen tausend Toten diesem Jahr in Afghanistan
Bombenanschlag am Sonntag nach Weihnachten in der Provinz Helmand - drei von vielen tausend Toten diesem Jahr in AfghanistanFoto: Watan Yar/dpa

Es ist ja nicht so, dass sich Deutschland nicht bemüht hätte um Frieden und Stabilität in Afghanistan. Alles richtig: Wir schicken Soldaten, leisten in großem Umfang Entwicklungshilfe. Aber sind deshalb die Gründe entfallen, die Zehntausende von Afghanen dazu bringen, dem Hindukusch den Rücken zu kehren und in Deutschland und anderen Ländern Europas ihr Asyl-Glück zu suchen?

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist – 14 Jahre nachdem sich die Nato vornahm, die Taliban auszuschalten – weiterhin prekär. Sie ist bedrohlich nicht nur für afghanische Behörden und Regierungsvertreter, Sicherheitsorgane, westliche Staatsangehörige, deutsche und verbündete Truppen, UN-Personal und Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen. Nein, mindestens auch für alle in Afghanistan, die auf diese neuen Mächte und Einflusshaber vertrauen.

Ihnen ist nicht zu verdenken, dass sie nicht in ihrer Heimat bleiben und ihr Land aufbauen, sondern – obwohl auch das Unsicherheiten birgt – ein neues Leben beginnen wollen im Westen. Sie sollten nicht Angst haben müssen vor einer Abschiebung, sondern auf eine Aussetzung von Rückführungen vertrauen dürfen.

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