Flüchtlinge : Bundeswehr erstmals an Flüchtlingsrettung beteiligt

Zwei Kriegsschiffe der Bundeswehr, die "Berlin" und "Hessen", haben sich im Mittelmeer an einer Flüchtlingsrettung beteiligt. Es war der erste Einsatz dieser Art für die Bundeswehr. Sie war von italienischen Rettern gebeten worden, bei der medizinischen Hilfe für 100 Flüchtlinge zu helfen.

Gerettete Flüchtlinge auf dem italienischen Kriegsschiff "Commandante Foscari".
Gerettete Flüchtlinge auf dem italienischen Kriegsschiff "Commandante Foscari".Foto: AFP

Nur Stunden nach dem Auslaufen zu ihrer Flüchtlingsrettungsmission im Mittelmeer haben sich die deutsche Fregatte "Hessen" und der Versorger "Berlin" erstmals an einem Hilfseinsatz beteiligt. Wie die Bundeswehr mitteilte, empfing die "Hessen" am Mittwoch um kurz nach Mitternacht eine Seenotmeldung. Beide Schiffe seien dann "umgehend mit Höchstfahrt" zur betreffenden Stelle knapp 200 Seemeilen südöstlich von Sizilien gefahren.
Dort hatte ein Schiff der italienischen Finanzpolizei den Angaben zufolge bereits fast hundert Flüchtlinge an Bord genommen. Auf Anfrage habe die "Hessen" ein Ärzteteam zur medizinischen Unterstützung auf das italienische Schiff entsandt. Dieses versorgte demnach eine schwangere Frau; dieser gehe es inzwischen wieder besser.
Die italienischen Behörden teilten ihrerseits mit, die "Monte Cimone" habe in der Gegend fast hundert Flüchtlinge an Bord genommen, die zwölf Tage lang auf dem Meer gewesen seien. Unter den Geretteten waren demnach 35 Frauen, darunter drei Schwangere.

Manövrierunfähig auf dem Meer getrieben

Das 50 Meter lange Flüchtlingsschiff sei zwei Tage lang manövrierunfähig auf dem Meer getrieben. Insgesamt wurden nach jüngsten italienischen Angaben allein am Dienstag etwa 650 Menschen aus Seenot gerettet. Zudem habe ein Boot mit etwa 30 Flüchtlingen aus eigener Kraft den Süden Italiens erreicht. Insgesamt erreichten am Mittwoch etwa 1700 gerettete Flüchtlinge das italienische Festland und die Mittelmeerinsel Sizilien.
Die "Berlin" und die "Hessen" hatten sich am Dienstagvormittag von Kreta aus auf den Weg in das Seegebiet zwischen Libyen und Italien gemacht. Für Mittwoch war eigentlich eine größere gemeinsame Übung geplant gewesen.
Nach italienischen Angaben waren allein am vergangenen Wochenende mehr als 5800 Flüchtlinge in dem Seegebiet geborgen worden. Seit Jahresbeginn kamen im Mittelmeer bereits mehr als 1500 Menschen ums Leben. (AFP)

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