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Flüchtlinge im Mittelmeer : Mindestens 200 Tote vor libyscher Küste

Vor der Küste Libyens sind zwei Boote mit Flüchtlingen gekentert. 450 Menschen waren an Bord.

Ein vollbeladenes Schlauboot vor der Küste Libyens Mitte August
Ein vollbeladenes Schlauboot vor der Küste Libyens Mitte AugustFoto: Celine Hochholzer/dpa

Bei einer neuen Flüchtlingstragödie im Mittelmeer sind nach Angaben der libyschen Küstenwache mindestens 200 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Tote seien am Morgen an Land gespült und geborgen worden, erklärte ein Sprecher der Küstenwache am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Unter den Opfern seien auch Kinder. Die Küstenwache versuche, die endgültige Zahl der Toten festzustellen. Aktivsten hatten zuvor von 65 Leichen in Suwara berichtet. 190 Menschen seien gerettet worden, erklärte das Suwara-Medienzentrum.

Eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Libyen sagte der Deutschen Presse-Agentur zunächst, es gebe sehr unterschiedliche Zahlen, die bisher nicht verifiziert werden konnten. Vor der libyschen Küste waren zuvor zwei Schiffe mit Flüchtlingen gekentert. Der britische Senders BBC berichtete, auf dem einen Boot seien 50 Menschen gewesen, auf dem anderen 400. Mindestens 100 Leichen seien in das Krankenhaus von Suwara im Nordwesten Libyens gebracht worden.

Die italienische Küstenwache, die auch Rettungseinsätze vor der libyschen Küste koordiniert, erklärte, zu der möglichen neuen Katastrophe seien bei Ihnen keine Notrufe eingegangen. Eine Sprecherin des Flüchtlingswerkes UNHCR sagte, sie habe bisher keine Informationen über das neue Unglück vor Libyen. Tausende Flüchtlinge machen sich auf den gefährlichen Weg von Libyen über das Mittelmeer nach Europa. Immer wieder kommt es dabei zu schweren Unglücken. Dieses Jahr sind nach Angaben von Flüchtlingsorganisationen bereits mehr als 2300 Menschen im Mittelmeer gestorben. (dpa)


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