Politik : Flüchtlinge vor Mauretanien ohne Hilfe Schiff mit vielen Kranken darf nicht anlegen

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Madrid - Im Drama um ein Schiff mit fast 400 Flüchtlingen aus Asien vor der Küste Mauretaniens zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Entgegen der Ankündigung der spanischen Regierung, die in der Krise vermittelt, haben die Behörden des nordwestafrikanischen Landes dem Frachter bisher nicht die Einfahrt in den Hafen von Nouadhibou erlaubt. Das Schiff liege weiterhin vor der Küste vor Anker, berichtete der spanische Rundfunk am Samstag. Am Vortag hatte die Regierung in Madrid angekündigt, die „Marine I“ werde bereits in den Hafen geschleppt, damit die Immigranten medizinisch versorgt werden könnten. Die Lage der Menschen an Bord werde immer dramatischer, hieß es. Das Rote Kreuz hat bereits gewarnt, dass mindestens 40 der Bootsinsassen angesichts der katastrophalen hygienischen Zustände inzwischen erkrankt seien. Die Flüchtlinge sollen vorwiegend aus Kaschmir, Birma und Sri Lanka stammen. Auch mehrere Afrikaner werden an Bord vermutet.

Nach einer rund zwei Monate langen Seereise liegt der marode Frachter bereits seit einer Woche vor Mauretanien. Das Schiff wollte die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln erreichen. Vor der Küste Senegals erlitt die „Marine I“ aber einen Motorschaden und trieb tagelang manövrierunfähig im Atlantik. Da der Senegal eine Aufnahme der Flüchtlinge ablehnte, schleppte der spanische Seenotrettungsdienst den Frachter bis vor Nouadhibou in Mauretanien.dpa

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