Flughafen Köln-Bonn : Terrorverdächtige im Flugzeug festgenommen

Bei einem Anti-Terror-Einsatz hat die Polizei in einem Flugzeug auf dem Flughafen Köln-Bonn zwei Männer festgenommen. Nach Informationen des Tagesspiegels stehen sie in Kontakt zu einem Netzwerk um den gesuchten deutschen Islamisten Eric Breininger.

BerlinEin Spezialeinsatzkommando der Polizei hat am Freitagmorgen in einer Maschine auf dem Flughafen Köln-Bonn zwei mutmaßliche islamistische Terroristen festgenommen. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Düsseldorf sagte, die beiden Männer stünden im Verdacht, sich an möglichen Terroranschlägen beteiligen zu wollen.

Es handele sich um einen 23-jährigen Somalier und einen in Mogadischu geborenen 24-jährigen Deutschen. Beide wollten offenbar als sogenannte Märtyrer im "heiligen Krieg" (Dschihad) sterben. Entsprechende Abschiedsbriefe seien in ihren Wohnungen gefunden worden. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher zunächst nicht.

Terrorverdächtige wollten offenbar über Uganda nach Pakistan

Die festgenommenen Islamisten wollten nach Informationen des Tagesspiegels über Amsterdam und Uganda nach Pakistan reisen. Vermutlich hätten sich der Deutschsomalier Omar D. und der Somalier Abdirazak B. zur Islamic Jihad Union (IJU) begeben wollen, hieß es in Sicherheitskreisen. Die IJU steckte hinter dem Versuch der sogenannten Sauerlandgruppe um den deutsche Konvertiten Fritz Gelowicz, in der Bundesrepublik mehrere Anschläge mit Autobomben zu begehen.

Gelowicz und zwei weitere Mitglieder der Gruppe wurden im September 2007 im Sauerland überwältigt. Die beiden auf dem Flughafen Festgenommenen hätten außerdem in Kontakt zu einem Islamisten in Bonn gestanden, der seinerseits eine Verbindung zu dem gesuchten deutschen Islamisten Eric Breininger unterhalten haben soll, war in Sicherheitskreisen zu erfahren.

Die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt hatten am Donnerstag eine Öffentlichkeitsfahndung nach Breininger und seinem Freund Hussein al Malla ausgelöst. Der aus dem Saarland stammende Breininger hatte im April in einem Video Selbstmordanschläge angekündigt. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass Breininger und al Malla über den Balkan nach Deutschland gelangen wollen oder schon hier angekommen sind. Breininger hatte engen Kontakt zu einem Mitglied der Sauerlandgruppe und war zur IJU ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gereist, wo er zum Attentäter ausgebildet wurde.

Sowohl das LKA als auch ein Sprecher des Flughafens widersprachen auf ddp-Anfrage indes Medienberichten, wonach das Flugzeug gestürmt worden sei. Vielmehr sei die Festnahme der beiden Männer an Bord "völlig unspektakulär" verlaufen. Anschließend sei das Gepäck der Festgenommenen aus der Maschine geholt worden. Danach sei das Flugzeug der Linie KLM um 8.24 Uhr mit einer Stunde und 20 Minuten Verspätung nach Amsterdam gestartet.

Bundesanwaltschaft sieht keinen Zusammenhang

Laut Bundesanwaltschaft stehe die Festnahme nicht im Zusammenhang mit dem Fahndungsaufruf nach zwei als extrem gefährlichen geltenden mutmaßlichen islamistischen Terroristen. "Die heutige Festnahme hat mit der Öffentlichkeitsfahndung nichts zu tun", sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Frank Wallenta. Es gebe derzeit auch keine Hinweise für eine Verbindung der Festgenommenen zur "Sauerlandgruppe".

Das Verfahren gegen die beiden Festgenommenen liege nun in den Händen der Staatsanwaltschaft Bonn. Die Bundesanwaltschaft werde zwar über den Kenntnisstand informiert, habe aber bislang die Ermittlungen nicht übernommen. (sp/kk/dpa/ddp/Tsp)

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