Flugzeugentführung : Hatten Kidnapper Kontakt zu Al Qaida?

Einer der beiden Männer, die am Samstag ein türkisches Flugzeug entführt haben, soll Kontakte zum Terrornetzwerk Al Qaida gehabt haben und in einem Ausbildungslager für Terroristen gewesen sein.

IstanbulEiner der Entführer habe während einer Haft in Saudi-Arabien entsprechende Verbindungen zu Al Qaida bekommen, berichteten türkische Zeitungen. Sein Name wurde mit Mommen Abdul Asis Talikh angeben. Er sei 1974 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo geboren, habe aber einen syrischen Pass. Seine Familie sei palästinensischer Abstammung. Im türkischen Nordzypern habe er zuletzt als Bedienung gearbeitet.

Talikh und der Türke Mehmet Özlü hatten am Samstag eine Passagiermaschine der Gesellschaft Atlasjet nach dem Start vom Flughafen Ercan in Nordzypern in ihre Gewalt gebracht. Mit einer Bombenattrappe wollten sie einen Flug in die iranische Hauptstadt Teheran erzwingen. Der Pilot landete aber auf dem Flughafen der türkischen Stadt Antalya mit der Begründung, der Treibstoff habe nicht bis nach Teheran gereicht.

In Antalya wurde das Geiseldrama nach insgesamt mehr als vier Stunden unblutig beendet. Die beiden Entführer gaben auf, nachdem ihre mehr als 140 Geiseln in Sicherheit waren. Einige wurden von den Kidnappern freigelassen, während ein Großteil der Passagiere über einen anderen Ausgang flüchtete. "Unser Ziel war nur ein Protest gegen die USA", sagte Özlü, ein Student aus dem südtürkischen Urfa, den Ermittlern. Den Passagieren habe man kein Leid zufügen wollen. (mit dpa)

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