Politik : Flugzeugentführung: Saudi-Arabien fordert Auslieferung von Luftpiraten

Saudi-Arabien hat von Irak die Auslieferung der beiden Luftpiraten gefordert, die am Samstag ein Flugzeug mit mehr als 100 Menschen an Bord entführt hatten. Dies sagte der saudiarabische Innenminister, Prinz Najef Ben Abdel Asis, am Montag in Riad. Die beiden Entführer befanden sich am Montag noch in den Händen irakischer Behörden. Saudi Arabien und Irak unterhalten seit dem Golfkrieg keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Die beiden Kidnapper des am Wochenende nach Bagdad entführten saudi-arabischen Verkehrsflugzeugs waren nach Angaben des Innenministers Sicherheitsbeamte auf dem Flughafen von Dschidda. Es handele sich um zwei Leutnants im Alter von 26 beziehungsweise 28 Jahren, die ungehindert an Bord der Maschine gelangen konnten, weil sie dem übrigen Sicherheitspersonal bekannt gewesen seien. Der Minister kritisierte die "laxen" Kontrollen auf dem Flughafen. Einer der beiden Kidnapper habe seine Dienstpistole in das Flugzeug mitgenommen. Ob die Flugzeugentführer, wie von ihnen angegeben, auch Sprengstoff bei sich hatten, ist nach Worten von Najef noch nicht geklärt.

Die Passagiere des entführten Flugzeuges kamen indes am Montag in London an. Das Flugzeug der Saudi Arabian Airlines war am Samstag auf dem Flug von Dschiddah nach London gewesen. Die Boeing 777-200 landete um 9 Uhr in London-Heathrow. Die Hauptsorge habe der Sicherheit der Geiseln gegolten, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums. "Wir sind sehr erleichtert, dass die irakischen Behörden die Situation friedlich gelöst haben." An Bord der Maschine waren nach Angaben der Fluggesellschaft insgesamt 103 Menschen, darunter auch 40 Briten und ein Amerikaner. Angehörige der in London gelandeten Passagiere hatten teilweise die ganze Nacht über in Hea-throw gewartet. Viele der Entführten hatten an einer Pilgerfahrt teilgenommen.

Die zwei saudi-arabischen Entführer hatten ein Ende der saudischen Monarchie gefordert. Najef erklärte, Irak habe zwar das Abkommen gegen Terrorismus, das Saudi-Arabien mit anderen arabischen Staaten vereinbart habe, nicht unterzeichnet. Trotzdem werde Saudi-Arabien auf der Auslieferung beharren, sagte der Innenminister. Seit der Invasion Kuwaits durch den Irak lehnt Saudi-Arabien jeden öffentlichen Kontakt mit der Regierung in Bagdad ab.

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