Politik : Föderationsrat billigt russische Beteiligung

MOSKAU/PRISTINA (AFP). Eine Woche nach der Beilegung des Streits zwischen Rußland und dem Westen über die Kosovo-Friedenstruppe KFOR ist der Weg für die Beteiligung der 3616 russischen Soldaten frei. Der russische Föderationsrat billigte am Freitag die Entsendung des Kontingents in die südserbische Krisenprovinz.Ein erstes Flugzeug mit Navigationstechnik sollte nach Angaben aus Armeekreisen am Sonnabend zum Flughafen von Pristina starten. Vermutlich erst in einer Woche könne mit der Entsendung des Hauptkontingents begonnen werden. Die Beteiligung an der KFOR kostet das finanzschwache Rußland insgesamt etwa 135 Millionen Mark im Jahr. Für die Entsendung der russischen Fallschirmjäger stimmten 112 der nominell 178 Regionenvertreter in der zweiten Parlamentskammer. Drei enthielten sich. Weitere 35 nicht anwesende Abgeordnete hätten schriftlich die Beteiligung Rußlands an der KFOR befürwortet, teilte der Präsident der Kaukasus-Republik Nordossetien, Alexander Dsassochow, mit.Im britischen Sektor des Kosovo sind binnen 24 Stunden 14 Menschen umgebracht worden. Darüber hinaus sei im Westen des Kosovo ein italienischer Soldat ums Leben gekommen, sagte der Sprecher der internationalen Friedenstruppe KFOR, Jan Joosten, am Freitag in Pristina. Am Vortag seien in der Kosovo-Gebietshauptstadt Pristina 14 Morde begangen worden. Die sei "die bislang höchste Zahl", sagte der britische Sprecher Robin Hodges. Unter den 14 Ermordeten befanden sich drei Serben, deren Leichen an der Universität gefunden worden waren. Hodges gab nicht bekannt, zu welchen Volksgruppen die anderen Getöteten gehörten.Nato-Generalsekretär Javier Solana hat unterdessen zurückhaltend auf das Kopfgeld reagiert, das das US-Außenministerium auf die Ergreifung des jugoslawischen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic ausgesetzt hat. Er frage sich, ob dies die richtige Methode sei, sagte Solana am Freitag im französischen Rundfunk. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks vom Freitag kehrten allein am Donnerstag 48 000 Kosovo-Albaner in ihre Heimat zurück.

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