Förderquote : Nigerias Erdölproduktion leidet unter Rebellen

Entführte ausländische Mitarbeiter und wiederkehrende Attacken auf nigerianische Ölleitungen und Produktionsstätten ziehen jetzt Konsequenzen nach sich: Nigeria kann seine Opec-Förderquote wohl nicht einhalten.

Nigeria
Die Akon Oil Company im Nigerdelta. -Foto: dpa

Nairobi/LagosDie Erdölförderung in Nigeria ist in den vergangenen Monaten wegen der anhaltenden Rebellenangriffe auf Pipelines und Produktionsanlagen stark zurückgegangen. Der größte Erdölproduzent Afrikas und sechstgrößte weltweit werde in diesem Jahr wahrscheinlich nicht die Opec-Förderquote erfüllen können, berichtete die nigerianische Zeitung "This Day" am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Energieministeriums. In dem westafrikanischen Land würden täglich weniger als eine Million Barrel Öl gefördert. Vor der Zunahme der Rebellenangriffe waren in Nigerias ölreichem Nigerdelta täglich bis zu 2,6 Millionen Barrel Rohöl gefördert worden.

Mehrere internationale Mineralölkonzerne hatten wegen der andauernden Rebellenangriffe und Entführungen ausländischer Mitarbeiter in den vergangenen Monaten ihre Produktion zumindest vorübergehend eingestellt. Erst im Juni hatten Rebellen, die um eine höhere Beteiligung der Bevölkerung des Nigerdeltas an den Öleinnahmen kämpfen, die größte Offshore-Anlage Nigerias angegriffen. Die gesunkene Fördermenge trifft auch den nigerianischen Staatshaushalt empfindlich, da 80 Prozent der Auslandsgeschäfte auf den Export von Erdöl entfallen. (mpr/dpa)

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