Förderung : Ausbildung macht sich bezahlt

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer, hat Äußerungen von BA-Chef Frank-Jürgen Weise zu den Kosten der Ausbildung von Behinderten kritisiert.

Berlin - "Die Erstausbildung junger Menschen mit Lernbehinderung ist kein Gnadenakt, der sich nach der jeweiligen Kassenlage richten kann", sagte Evers-Meyer. Vielmehr sei der Nachteilsausgleich für behinderte Menschen "eine gesamtgesellschaftliche Pflichtaufgabe." Evers-Meyer warf Weise vor, "mit unrichtigen Zahlen die Förderung der Integration behinderter Menschen am Arbeitsmarkt in der Öffentlichkeit zu kompromittieren."

Weise hatte in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" vom Montag zur Ausbildung lernbehinderter junger Menschen im Berufsförderungswerk gesagt: "Das kostet 120.000 Euro, die wenigsten finden aber hinterher einen Job. Die Politik muss entscheiden, ob sie diese Maßnahmen aus sozialpolitischen Gründen dennoch möchte." Der Chef der Bundesagentur für Arbeit hatte in den Interview zuvor weitere Beispiele genannt, wo es nach seiner Auffassung Sparpotenziale gebe.

Ausbildung von Lernbehinderten sichert Beschäftigung

Evers-Meyer erklärte dagegen, die dreijährige Ausbildung für einen Lernbehinderten koste nach ihren Informationen zwischen 82.000 und 105.000 Euro. Die reinen Ausbildungskosten ohne Unterbringung lägen aber mit 42.000 bis 61.000 Euro noch weiter darunter. Bei vielen zweijährigen Ausbildungen beträgen die Kosten sogar nur 28.000 bis 41.000 Euro. Falsch sei auch, dass nur die wenigsten Absolventen einer solchen Ausbildung hinterher einen Job fänden. "Nach meinen Informationen, die inzwischen auch von der BA bestätigt wurden, finden knapp 50 Prozent der Jugendlichen nach einer Ausbildung im Berufsbildungswerk eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung", erklärte die Behindertenbeauftragte. (tso/AFP)

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