Förderung für Hochschulen : Von der Graduiertenschule bis zur Elite-Uni

Um den Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken, haben Bund und Länder im Juni 2005 die so genannte Exzellenzinitiative ins Leben gerufen.

Bonn - Dieses Drei-Säulen-Förderprogramm für Hochschulen ist mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro ausgestattet; die bis zum Jahr 2011 bereit stehenden Fördermittel sollen zur Verbesserung der internationalen Wettbewebsfähigkeit beitragen und zugleich Spitzenleistungen in Forschung und Lehre ins Blickfeld rücken. Die Gelder werden in zwei Ausschreibungsrunden verteilt - die Gewinner der ersten Runde wurden am Freitag in Bonn bekannt gegeben, die zweite Runde soll im Oktober 2007 abgeschlossen sein. Die drei Säulen des Bund-Länder-Programms:

Graduiertenschulen: für den wissenschaftlichen Nachwuchs werden mit jährlich 40 Millionen Euro unterstützt. Sie sollen herausragenden Doktoranden ein exzellentes Forschungsumfeld und damit optimale Promotionsbedingungen bieten - und darüber hinaus auch die Identifizierung der Nachwuchswissenschaftler mit ihrem jeweiligen Standort fördern. Insgesamt sollen rund 40 Graduiertenschulen in den Genuss der Förderung kommen.

Exzellenzcluster: sollen dazu beitragen, an deutschen Uni-Standorten international beachtete, konkurrenzfähige Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen zu etablieren. Zu diesem Zweck müssen sie den Förderrichtlinien zufolge wichtiger Bestandteil der strategischen und thematischen Planung einer Hochschule sein und damit deren Profil deutlich schärfen. Ziel ist, für den Nachwuchs exzellente Ausbildungs- und Karrierechancen zu schaffen - unter anderem durch Zusammenarbeit mit außeruniversitären Einrichtungen und der Wirtschaft. Für die Förderung von insgesamt rund 30 Exzellenzclustern stehen 195 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Zukunftskonzepte: Bei dieser dritten Förderlinie geht es um den inoffiziellen Titel "Elite-Universität". Mit der Förderung von ausgewählten "Zukunftskonzepten zum Ausbau universitärer Spitzenforschung" soll das Forschungsprofil von insgesamt bis zu zehn Spitzen-Unis weiter gestärkt werden. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Hochschule mindestens ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule vorweisen kann. Außerdem muss sie eine schlüssige Gesamtstrategie vorlegen, die ihr zum Ruf eines weltweit anerkannten "Leuchtturms der Wissenschaft" verhelfen soll. Die maximal zehn Gewinner der beiden Ausschreibungsrunden werden mit insgesamt 210 Millionen Euro jährlich gefördert. (tso/AFP)

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