Politik : Folgen des Terrors: Erst einmal untergetaucht

Ashwin Raman

Die Taliban sind nicht geschlagen, sie sind nur untergetaucht. So lautet das Fazit eines Berichtes des pakistanischen Geheimdiensts ISI. "Trotz der heftigen Bombardierungen in den letzten zwei Monaten, sind Mullah Omar und seine Taliban-Führung am Leben. Außer dem stellvertretenden Innenminister Khasar gibt es auch keine Überläufer", heißt es in dem Bericht. Die Taliban haben im Gegensatz zur Al Qaida von Ossama bin Laden auch eine klügere Strategie verfolgt. Während die Al Qaida weiter bis zum letzten Mann kämpfen will, erreichte Omar mit den Allianzen aus Ost-, West- und Süd-Afghanistan Vereinbarungen über freies Geleit für die Taliban-Kämpfer. Dies erklärt auch, warum es bislang verhältnismäßig wenig Tote unter den Taliban gegeben hat.

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Kamran Khan, ein angesehener pakistanischer Journalist, bestätigt dies und sagt: "Die jetztigen Machthaber in Kandahar, Mullah Naquibullah und Gul Agha, haben Mullah Omar und den Taliban-Gouverneur Mullah Mohammed Hassan die geschützte Ausreise aus der Stadt garantiert." Ähnliche Abmachungen wurden auch im Westen des Landes getroffen. Ismail Khan, der tadschikische Kommandeur, übernahm die Macht in Herat vom Taliban-Gouverneur Khair Mohammed Khairhawa und gewährte ihm und seinen Truppen eine Amnestie. Maulvi Walijan, der Gouverneur der Jawzjan-Provinz, und Mullah Mohammed Shafiq, der Gouverneur der Samangar-Provinz, machten ähnliche Deals mit Ismail Khan. Im Osten Afghanistans ließ Haji Abdul Kadir, der Gouverneur von Nangarhar, der in Bonn mit seinem Rücktritt aus der Nordallianz-Delegation Aufsehen erregt hatte, ebenfalls führende Taliban frei abziehen - unter diesen auch Jalaluddin Haqqani, den berüchtigten Taliban-Minister für Sicherheit.

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