Folter : Pentagon verbietet brutale Verhörmethoden

Das US-Verteidigungsministerium hat bestimmte Verhörmethoden offiziell untersagt. Nun dürfen Verhöre, die auf chinesischen Foltertechniken basieren, nicht mehr durchgeführt werden.

WashingtonBrutale Folter verboten: Kritikern zufolge wurden die sogenannten SERE-Techniken seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in US-Gefangenenlagern in Guantanamo, Afghanistan und im Irak angewendet. In der Anordnung vom 9. Oktober zur Befragung von Häftlingen heißt es nun: "Die Anwendung der SERE-Techniken gegen eine Person im Gewahrsam oder unter Kontrolle des Pentagon oder in einer Einrichtung des Ministeriums ist verboten."

Überleben, Ausweichen, Widerstand und Flucht

SERE ist ein Kurzwort für die englischen Begriffe für Überleben, Ausweichen, Widerstand und Flucht (survival, evasion, resistance, escape). Es wurde ursprünglich als Trainingsprogramm während des Korea-Krieges (1950-1953) entwickelt. Amerikanische Piloten der Luftwaffe sollten so auf den Fall eines Abschusses und der Gefangenname durch den Feind vorbereitet werden. Nach dem 11. September 2001 aber, als die CIA ihre "Samthandschuhe" abgelegt hatte, wie es hieß, wurden schnell die SERE-Experten für die Verhöre von Terrorverdächtigen eingeladen.

Ihre Methoden umfassen dabei mehrere Schritte: Zuerst werden die Verdächtigen mit lauter Musik, Hundegebell und hellem Licht mürbe gemacht. Es folgen starre Körperhaltungen, die bis zu vier Stunden eingehalten werden müssen, psychische Erniedrigungen, wie zum Beispiel durch erzwungene Masturbation oder die Schändung heiliger Schriften bei streng Gläubigen.

"Waterboarding" als Höhepunkt

Zum Abschluss dann werden Todesängste beschworen: Dabei stellt das - von Pentagon und CIA damals genehmigte - "Waterboarding" den Höhepunkt dar. Dabei wird dem zu Verhörenden ein nasses Handtuch auf das Gesicht gelegt über welches die "Experten" so lange Wasser laufen lassen, bis der Delinquent glaubt, zu ertrinken.

Aus Pentagonkreisen verlautete zu dem jetzigen Verbot, die SERE-Praktiken seien bereits in früheren Vorschriften nicht mehr erlaubt gewesen, die das Ministerium vor zwei Jahren erlassen habe. Die überarbeitete Version enthalte nun aber das ausdrückliche Verbot, "um klarzumachen, dass es nicht zulässig ist". (sba/mpr/dpa)

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