Politik : Foltervorwürfe gegen US-Truppen

Memorandum von Amnesty über Zustände im Irak veröffentlicht

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London (dpa). Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat Foltervorwürfe gegen die Besatzungstruppen im Irak erhoben. Sie waren in einem Memorandum an den USZivilverwalter im Irak, Paul Bremer, im Detail aufgelistet. „Das irakische Volk hat lange genug gelitten, und es ist eine Schande, von Menschen zu hören, die unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten werden“, sagte Mahmoud Ben Romdhane, Chef der AI-Delegation im Irak. AI habe Berichte über Behandlungen wie systematischer Schlafentzug oder erzwungenes stundenlanges Ausharren in qualvollen Positionen seitens der Koalitionstruppen erhalten. Zu den aufgelisteten Fällen gehörten etwa der 39-jährige Khreisan Khalis Aballey und sein 80 Jahre alter Vater, die nach den Angaben Ende April in ihrem Haus gefangen genommen worden waren. Der Sohn habe gefesselt und mit einer Kapuze über dem Kopf fast acht Tage lang während seiner Befragung vor einer Mauer stehen oder knien müssen, bis die Knie bluteten. Mit einer grellen Lampe sowie lauter Musik sei ihm außerdem der Schlaf verwehrt worden. Sein Vater habe in einer Nachbarzelle gesessen und die Schreie seines Sohnes gehört, hieß es weiter.

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