Politik : Fonds kaufen Wohnungen in Städten auf

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Berlin/Dresden - Internationale Finanzinvestoren drängen auf den deutschen Immobilienmarkt und haben eine Kontroverse über die Privatisierung kommunaler Wohnungen ausgelöst. Nachdem am Freitag die Stadt Dresden den Verkauf von 48 000 Wohnungen an den US- Investor Fortress für 1,7 Milliarden Euro besiegelte, drängt nun offenbar ein Investor auf den Berliner Markt. Nach Tagesspiegel- Informationen will ein neues Unternehmen namens Puma Brandenburg Limited in den kommenden Jahren für bis zu drei Milliarden Euro Wohnungen kaufen. In Berlin wurden bereits rund 130 000 Wohnungen aus landeseigenen Beteiligungen an Finanzinvestoren verkauft. Wegen der großen Nachfrage verdoppelte sich der durchschnittliche Preis je verkaufter Wohnung binnen zwei Jahren.

Dresden ist mit der Veräußerung als erste deutsche Kommune komplett schuldenfrei. Der Stadtrat hatte am Donnerstag grünes Licht für den Verkauf der 48 000 Wohnungen mit 100 000 Mietern – einem Fünftel der Dresdner Bevölkerung – gegeben.

Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) hält die Stadt jetzt für handlungsfähig. „Es bleibt beim Kurs der Haushaltssanierung. Wir sind zum Sparen gezwungen“, sagte er. Die Grünen warfen den Befürwortern des Wohungsverkaufs „Heuschrecken-Sozialismus“ vor. Nur CDU und Liberale stimmten für den Verkauf. Auch der Deutsche Mieterbund, der Verband freier Wohnungsunternehmen und der Städtebund kritisierten das Vorgehen. Nach Einschätzung des Mieterbundes müssen sich die Bewohner Dresdens auf Mietsteigerungen einrichten. Grund dafür sei, dass bei vielen städtischen Wohnungen „vielerorts die ortsübliche Vergleichsmiete noch nicht ausgeschöpft“ sei. Dies würde der neue Eigentümer wahrscheinlich ändern.ball/mod/mot

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