Forderung der Grünen : "Selbstbedienungsladen für Managerhälter" schließen

B90/Die Grünen und die Linksfraktion wollen Spitzengehälter bei Managern begrenzen. Die CDU warnt vor Schnellschüssen und richtet den Blick auf andere Berufssparten.

Ch Scheel
Christiane Scheel (B90/Die Grünen): Grüne Finanzexpertin kämpft gegen Maßlosigkeit der Manager. -Foto: ddp

BerlinDie Debatte um den Wert eines Managers geht im Bundestag weiter. Im Parlament wurden zwei Anträge von B90/die Grünen und der Linken diskutiert. Beide Parteien schlugen vor, die Abzugsfähigkeit von Abfindungen auf eine Million Euro zu begrenzen.

Die Grünen wollen die Rechte der Aktionäre stärken. Künftig soll die Hauptversammlung die Höhe der Gesamtvergütung des Vorstands festsetzen. Die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel unterstrich, moralische Appelle zur Mäßigung reichten nicht aus. Sie betonte, der "staatlich subventionierte Selbstbedienungsladen für Managergehälter" müsse endlich geschlossen werden.

Die Linke will die Manager-Gehälter auf das 20-fache der untersten Lohngruppe im Unternehmen beschränken. Ab Einkünften von zwei Millionen Euro soll die Steuer auf 65 Prozent anbehoben werden. Die Linke prüft bereits Änderungen im Steuerrecht. Linksfraktionschef Oskar Lafontaine unterstrich, die immer größere Spanne zwischen Durchschnitts- und Höchsteinkommen gefährde den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Auch sollte die Gewährung von Aktienoptionen für Manager beendet werden, da ein steigender Aktienkurs wegen damit verbundenen Personalabbaus gegen das Wohl der Belegschaften gerichtet sei.

Die CDU/CSU und die FDP lehnten eine Begrenzung der Gehälter oder die Erhöhung über den bisherigen Spitzensteuersatz von 45 Prozent hinaus ab. Leistung und Erfolg seien an finanzielle Anerkennung gekoppelt, sagte der CSU-Abgeordnete Hans Michelbach. FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms fügte hinzu, besser für den sozialen Frieden wäre es, die Steuerlast für den Bürger generell zu senken. Unionspolitiker mahnten, die Debatte nicht allein auf die Wirtschaft zu reduzieren. Es sollten auch Höchstvergütungen im Sport oder in den öffentlich-rechtlichen Medien einbezogen werden, sagte der CDU-Finanzexperte Otto Bernhardt. (ml/dpa/ddp)

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