Politik : Forschungsprojekt: Moderne Arbeitswelt gesucht

Bärbel Schubert

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn will die menschenfreundliche Gestaltung der Arbeitswelt von morgen mit einem 150-Millionen-Mark-Forschungsprogramm unterstützen. "Die deutsche Wirtschaft hat heute einen großen Mangel an Fachkräften und gleichzeitig sind 3,6 Millionen Menschen bei uns arbeitslos", sagte die sozialdemokratische Ministerin am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung ihres neuen Programms "Innovative Arbeitsgestaltung, Zukunft der Arbeit".

Die Wirtschaft steht vor weiteren grundlegenden Umwälzungen beim Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Das Innovationstempo werde immer schneller, erläuterte die Ministerin. Neue Firmen wachsen derzeit in bisher unbekanntem Tempo, die Stuttgarter Software-Firma Brokat beispielsweise allein im vergangenen Jahr von 170 auf 1300 Mitarbeiter. Ständig müssten dafür neue Mitarbeiter gefunden und eingearbeitet werden. Dafür sollen mit dem Forschungsprojekt passende Formen entwickelt werden. Zugleich sind künftig in Deutschland immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter. Das Wissen der Älteren soll nun auch nach ihrem Ausscheiden stärker für die Produktionsprozesse erhalten werden. Auch der Anschluss für gering qualifizierte Arbeitskräfte soll angesichts der rasanten Wirtschaftsentwicklung durch Weiterbildung verbessert werden, beschrieb Bulmahn die Ziele des Forschungsprojekts.

Dabei sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen soweit wie möglich zusammenarbeiten. Bisher sind bereits 30 Unternehmen beteiligt, darunter BMW, Lindt & Sprüngli, der Süddeutsche Zeitungsverlag und die Gebühreneinzugszentrale (GEZ). Das Programm ist auf fünf Jahre angelegt. Weitere Schwerpunkte sind eine stärkere Beteiligung der Mitarbeiter an der Gestaltung von Arbeitsprozessen und flexible Arbeitszeitmodelle.

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