Fragen an einen Kinderarzt : Wie erklärt man Kindern die Verbrechen an Mohamed und Elias?

Was tun, wenn Kinder nach den Verbrechen an Mohamed und Elias fragen? Der Berliner Kinderarzt Dr. Peter Hauber gibt Tipps.

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Dr. Peter Hauber, Kinderarzt in Berlin-Lichterfelde.
Dr. Peter Hauber, Kinderarzt in Berlin-Lichterfelde.Foto: Mike Wolff

Wie soll man damit umgehen, wenn Kinder von solchen Verbrechen erfahren und nachfragen?

Wenn ein Kind alt genug ist, um zu fragen, ist es auch alt genug für eine offene Antwort. Wenn es fragt „Warum ist das Kind gestorben?“, muss man darüber reden, dass es solche großen Unglücke gibt, dass Menschen manchmal morden.

Soll man Kinder dann davor warnen, mit fremden Menschen mitzugehen?

Unbedingt! Unbedingt!

Was tut man, wenn ein kleines Kind nach solchen Ereignissen Angst hat? Nimmt man es mit sich ins Bett?

Ja, ja, wenn das Kind Angst hat, muss man sich um das Kind kümmern. Mit ihm sprechen, muss es drücken, muss ihm Nähe vermitteln.

Empfiehlt es sich, in Kindergarten oder Schule auf das Thema einzugehen?

Nein. Keine Ängste schüren. Man sollte Kindern auch generell verbieten, im Fernsehen Kriegsfilme und Krimis anzuschauen. Und noch eins: Nehmen Sie die eigene Familie in den Arm, Eltern und Kinder zusammen, weinen Sie, wenn ihnen danach ist. Und aktivieren Sie möglichst viele Menschen, dass alle zu einem öffentlich verabredeten Termin abends Kerzen in die Fenster stellen, als eine Lichterkette des Mitfühlens und Gedenkens.

Dr. Peter Hauber ist Kinderarzt in Berlin-Lichterfelde. Er engagiert sich bei der Initiative „Ärzte gegen den Atomkrieg“ und richtet Benefizkonzerte aus. Die Fragen stellte Gerd Appenzeller.

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