Politik : Fraktionschefin der Grünen Priska Hinz gibt auf

csl

Mit Tarek Al Wazir hat die Landtagsfraktion der hessischen Grünen am Dienstag nach einer nächtlichen Krisensitzung ihr jüngstes Mitglied zum Chef gemacht. Der 29-jährige Politikstudent löst die frühere Umweltministerin Priska Hinz ab, die aus ihrer Wahlschlappe auf der grünen Landesversammlung am vergangenen Samstag Konsequenzen gezogen und auf ihr Amt als Fraktionschefin verzichtet hatte. Al Wazir ist binnen vier Jahren die vierte Person auf dem Chefsessel der Landtagsfraktion, der sich einmal mehr als Schleudersitz erweist.

Der neue Chef nannte nach seiner Wahl die Bildungs-, die Umwelt- und die Intergrationspolitik als künftige Schwerpunkte seiner Fraktion. Er dankte Priska Hinz. Sie habe mit ihrem Schritt den Weg freigemacht, eine absurde Situation zu beenden: Statt gegen eine affärenbelastete Regierung mit einem Lügner als Regierungschef zu opponieren, sei die grüne Partei abgestürzt. Auf der grünen Landesversammlung sei klar geworden, dass bei den Mitgliedern gegenüber Landesvorstand und Fraktion mehr Misstrauen als Vertrauen vorhanden sei, räumte der neue Fraktionschef ein. Der Sohn einer deutschen Studienrätin hat zeitweise bei seinem Vater im Jemen gelebt und besitzt als "einziger Landtagsabgeordneter die doppelte Staatsbürgerschaft". Deshalb habe er ein besonderes Motiv, sich dafür einzusetzen, dass die CDU-geführte Regierung Koch eine Episode bleiben möge. Schließlich habe die hessische CDU die Wahl mit schmutzigem Geld und einer schmutzigen Kampagne gewonnen. "Wir sind in einer schwierigen Phase aber nicht am Abgrund", machte sich der junge Fraktionschef Mut.

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