Politik : Fraktionsvize der Linken abgewählt

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Berlin - Schlappe für Gregor Gysi: Der Linksfraktionschef ist mit seinem Vorhaben gescheitert, den 49-jährigen Jan van Aken zu seinem wichtigsten Stellvertreter zu machen und mit dem „operativen Geschäft“ zu betrauen. Van Aken war seit 2009 Fraktionsvize, zugleich Leiter des Arbeitskreises „Internationale Politik“. Die Zuständigkeit für Außenpolitik gab der Vater von drei schulpflichtigen Kindern aus privaten Gründen ab. Als Nachfolger dafür wurde der Außenpolitiker Wolfgang Gehrcke vom linken Parteiflügel bestimmt, wie Fraktionssprecher Hendrik Thalheim am Mittwoch mitteilte.

In der vergangenen Legislaturperiode waren Bodo Ramelow als Fraktionsvize und Ulrich Maurer als Parlamentsgeschäftsführer mit dem „operativen Geschäft“ betraut – es geht unter anderem um die Koordinierung zwischen Fraktion und Partei. Mit knapper Mehrheit entschieden die Abgeordneten, dass jetzt die Verkleinerung des Fraktionsvorstandes Vorrang habe, sein Amt als Fraktionsvize muss van Aken deshalb abgeben. Denkbar ist, dass er sich im Herbst, wenn die Fraktionsführung neu bestimmt wird, für ein herausgehobenes Amt bewirbt.

Van Aken genießt bei Gysi großes Ansehen. Er wirkt integrierend zwischen den Parteiflügeln – bei manchen galt er deshalb 2010 sogar als potenzieller Nachfolger für Parteichef Oskar Lafontaine. Van Aken sagte dem Tagesspiegel, er wolle nicht Vorsitzender werden, „nicht mal in einer Notsituation“. Er schloss aus, dass seine Abwahl auf eine Intrige zurückgehen könnte. Zugleich versicherte van Aken, dass er sich nicht zurückziehen werde. Es gehe im Moment darum, das „lebendige und kreative Chaos“ in der Linkspartei produktiv umzumünzen. m.m.

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