Frank-Walter Steinmeier : Der nächste Schritt

Frank-Walter Steinmeier macht wieder einen Schritt nach vorne. Nach dem Rückzug von Arbeitsminister Franz Müntefering soll der Außenminister und frühere Kanzleramtschef neuer Vizekanzler werden - und in der K-Frage wieder höher gehandelt.

Steinmeier
Frank-Walter Steinmeier. -Foto: AFP

Berlin Mit dem Amt des Vizekanzlers dürften auch Spekulationen über eine mögliche Kanzlerkandidatur des derzeit populärsten Sozialdemokraten neue Nahrung bekommen. Die Personalunion Außenminister und Vizekanzler hat Tradition in Deutschland. Auch Willy Brandt (SPD) war in der Großen Koalition von 1966 bis 1969 Außenminister und Vizekanzler - bevor er Kanzler wurde. Eine historische Konstellation, die Steinmeier-Sympathisanten mit Vorausblick auf die Bundestagswahl 2009 gerne sehen dürften. Aber auch die Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel (beide FDP) waren in der schwarz-gelben Koalition Stellvertreter des Bundeskanzlers.

Steinmeiers Rolle als Reservekandidat für den Fall, dass Kurt Beck (SPD) bei der Bundestagswahl 2009 nicht als Spitzenkandidat antreten sollte, hat in jüngster Zeit auch einige Kratzer abbekommen. Eine von Steinmeier mit herausgegebene Reform-Streitschrift trieb SPD-Linke auf die Barrikaden. Etwas unglücklich agierte der Miterfinder der rot-grünen Reform-"Agenda 2010" beim Streit um das Arbeitslosengeld.

Der 51-Jährige Tischlersohn aus Detmold (Nordrhein-Westfalen) bemüht sich derzeit aktiv um eine stärkere Akzeptanz in seiner Partei. Er bewirbt sich in Brandenburg erstmals um ein Bundestagsmandat und ist erst vor rund zwei Wochen auf dem Hamburger SPD-Parteitag mit dem besten Ergebnis der drei Vizevorsitzenden (85,5 Prozent) gewählt worden. (mit dpa)

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