Frankfurt : Unterbringung von Kindern am Flughafen kritisiert

Etwa 400 Kinder und Jugendliche sollen in den vergangenen Jahren gegen ihren Willen in der Flüchtlingsunterkunft des Frankfurter Flughafens festgehalten worden sein. Die Bundespolizei will davon nichts wissen: "Die Vorwürfe weisen wir zurück."

Frankfurt/MainAnwälte, Hilfsorganisationen und Kirchenvertreter sprechen in einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" von unhaltbaren Zuständen und "rechtswidriger Haft für Kinder". Die Hälfte der Minderjährigen sei jünger als 16 Jahre gewesen. Nach Angaben der Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl waren 2007 zehn Flüchtlinge noch keine 14 Jahre alt.

Die Bundespolizei sagte, es handele sich um ein formales Verfahren, von "Festhalten" oder gar "Haft" könne keine Rede sein. Wer als Asylsuchender ohne Pass am Flughafen ankomme, werde zunächst in der Flüchtlingsunterkunft untergebracht (Flughafenasylverfahren), erläuterte ein Sprecher. "Die Vorwürfe weisen wir zurück, sie sind nicht haltbar." Er betonte: "Alle, die im Flughafenasylverfahren in diesem Gebäude untergebracht werden, werden ärztlich und sozial betreut."

Die Flüchtlingsunterkunft am größten deutschen Flughafen gibt es in ihrer heutigen Form seit 2002. Sie bietet laut Bundespolizei 95 Menschen Platz, derzeit sind 60 Asylsuchende untergebracht. (kj/dpa)

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