"Frankfurter Kollegium" : Sozialliberale in der Piratenpartei bilden eigenen Flügel

12.12.2012 15:34 Uhr
Bei der Piratenpartei bildet sich ein sozialliberaler Flügel. Foto: dpa
Bei der Piratenpartei bildet sich ein sozialliberaler Flügel. - Foto: dpa

In der Piratenpartei verstärkt sich der Trend zur Flügelbildung: Parteimitglieder, die sich bewusst als sozialliberal verstehen, gründen ein "Frankfurter Kollegium" - und sprechen davon, die Partei müsse "wieder zu einer freiheitlichen Bürgerrechtspartei" werden.

Mitglieder der Piratenpartei, die sich bewusst als sozialliberal verstehen, gründen ein „Frankfurter Kollegium in der Piratenpartei“. Zur Begründung erklärten sie: „Wir haben den Eindruck, dass sich die Sozialliberalen unter uns im Moment etwas alleingelassen fühlen“. Auf einer Website der Initiatoren heißt es, die Partei müsse "wieder zu einer freiheitlichen Bürgerrechtspartei" werden - was sie also aus Sicht der künftigen Kollegiumsmitglieder offenbar nicht ist.

An der Gründungsversammlung am Samstag werden nach Angaben von Mitinitiator Aleks Lessmann etwa 30 Parteimitglieder teilnehmen.

Er rechne aber in kurzer Zeit mit etwa 300 Mitgliedern. Eines der künftigen Mitglieder ist Sebastian Nerz, der frühere Bundesvorsitzende und jetzige Parteivize.

In der Piratenpartei gibt es bereits seit einigen Jahren eine eher linksgerichtete Strömung, die sich vor einem Jahr mit der Forderung durchsetzen konnten, ein Plädoyer für das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ins Parteiprogramm aufzunehmen. Eine andere, vor allem in Süddeutschland starke Strömung tritt hingegen für klassische marktwirtschaftliche Positionen ein. Der Parteivorsitzende Bernd Schlömer hatte die Piraten auf dem jüngsten Parteitag in Bochum als „die sozialliberale Kraft der Informationsgesellschaft“ bezeichnet.

Auf eine Frage nach der politischen Richtung des neuen Flügels antwortete Lessmann: „Piraten, und auch die Piraten im Kollegium, sind zwar liberal, aber nicht marktradikal eingestellt.“ In der Piratenpartei haben sich auch zahlreiche Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen gebildet. Als eigenständige Interessengruppe bildete sich im Februar die Gruppe42 um den ehemaligen Parteivorsitzenden Jens Seipenbusch, die wieder mehr Wert auf die Kernthemen der Partei legen will. (Tsp, dpa)

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