Frankreich : Ärger um antimuslimische Schweinefleisch-Party

In Frankreich herrscht Aufregung wegen eines Party-Aufrufs. Die Organisatoren luden über Facebook zu einem öffentlichen Treffen mit viel Schweinefleisch und Alkohol ein, "um sicher zu sein, dass wir unter Freunden bleiben".

Einer der beiden Organisatoren sei ein Lokalpolitiker einer rechtsextremen Gruppierung, der andere gehöre der Zentrumspartei NC an, die sich umgehend davon distanzierte, berichtete die Zeitung "Libération" am Donnerstag. Ob und wann das in Orléans geplante Treffen tatsächlich stattfindet, ist bislang unklar.

Die Opposition bezeichnete die Aktion als eine logische Folge der Rechtswende des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. "Wenn Sarkozy die Ideen der Front National imitiert, ist es kein Wunder, wenn manche Anhänger des rechten Lagers Methoden der Rechtsextremen kopieren", sagte Mehdi Ouraoui, Nationalsekretär der linken PS- Partei. Sarkozy hatte in den vergangenen Tagen verstärkt Themen wie Einwanderung, Kriminalität und öffentliche Sicherheit aufgegriffen.

Ein ähnlicher Plan, ein antimuslimisches Straßenfest mit Alkohol und Schweinefleisch in einem muslimisch geprägten Viertel von Paris zu organisieren, war vor einigen Wochen verboten worden. (dpa)

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