Frankreich : Chirac übergibt Amt an Sarkozy

In seiner letzten Ansprache als Präsident hat Jacques Chirac Frankreich zu Einigkeit und Solidarität aufgerufen. Sein Nachfolger Nicolas Sarkozy wird heute feierlich ins Amt eingeführt.

Paris - Nach einem kurzen Abschied von seinem nach zwölf Jahren scheidenden Vorgänger Chirac soll Sarkozy im Großen Festsaal des Élysée- Palastes in Paris die Amtskette überreicht werden. Chirac hatte sich am Dienstagabend in einer letzten Fernsehansprache als Präsident an das französische Volk gewandt. Zuvor hatte die Regierung von Premierminister Dominique de Villepin ihren Rücktritt eingereicht und damit den Weg für den Regierungswechsel freigemacht.

Sarkozy will nach der Amtsübernahme rasch seinen Premierminister ernennen. In Paris gilt es als sicher, dass der frühere Arbeitsminister François Fillon diese Aufgabe am Donnerstag von dem neuen Präsidenten übertragen bekommt.

Chirac erklärte in seiner Ansprache am Dienstagabend, er sei stolz darauf, Frankreich in den vergangenen zwölf Jahren als Staatschef gedient zu haben. Er rief die Franzosen dazu auf, trotz aller Meinungsverschiedenheiten "immer einig und solidarisch zu bleiben". Als Land der Chancengleichheit und als Motor Europas sowie des Friedens werde Frankreich Zukunft haben.

Fahrt zum Triumphbogen

Bei der feierlichen Amtseinführung sollen am Mittwoch 21 Salutschüsse verkünden, dass die fünfjährige Amtszeit des 23. Präsidenten Frankreichs begonnen hat. In einer ersten Amtshandlung will Sarkozy die Champs-Élysées hinauf zum Triumphbogen fahren, um an dem Grabmal des Unbekannten Soldaten die "ewige Flamme" zu entzünden.

Im Anschluss an die Feierlichkeiten wird der neue Präsident zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin reisen. Die Kanzlerin erwartet von Sarkozy einen entscheidenden Beitrag, um der EU den Weg aus der Verfassungskrise zu ebnen. "Er hat gesagt, dass er um die Notwendigkeit der Handlungsfähigkeit der EU weiß", sagte Merkel. "Ich freue mich auf den Besuch", fügte sie an.

Vor seinem Flug nach Berlin will Sarkozy zuerst noch einen besonderen Akzent setzen. Auf seinem Programm steht eine Ehrung von 35 jungen Widerstandskämpfern, die im August 1944 von deutschen Truppen im Bois de Boulogne bei Paris erschossen wurden. (tso/dpa)

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