Frankreich : Familie aus Kosovo wird trotz Protesten abgeschoben

Gegen den Widerstand von Menschenrechtsorganisationen hat Frankreich eine fünfköpfige Familie in die serbische Provinz Kosovo abgeschoben. Die Geschwister des Familienvaters sind in Europa als Flüchtlinge anerkannt.

Paris - Wie es in Polizeikreisen hieß, setzten Beamte der Grenzpolizei den Kosovo-Albaner Jousef Raba, seine Frau Shpresa und ihre drei Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren im südwestfranzösischen Toulouse in ein Flugzeug Richtung Pristina. Die Familie war im November 2001 nach Frankreich gekommen, wo auch die beiden jüngsten Kinder geboren wurden. Jousef Raba hatte vergeblich mehrere Asylanträge gestellt. Mitte November war die Familie zur großen Empörung der Öffentlichkeit und der Opposition in Abschiebehaft genommen worden.

Raba hatte die Flucht aus seiner Heimat mit der Weigerung begründet, in die damalige Kosovo-Befreiungsarmee UCK einzutreten, die mit militärischer Gewalt gegen die serbische Vorherrschaft im Kosovo kämpfte. Nach Angaben des Bildungs-Netzwerks RESF erfüllte die Familie alle von Innenminister Nicolas Sarkozy gestellten Bedingungen, um ein Bleiberecht in Frankreich zu erhalten. Rabas fünf Brüder und zwei Schwestern sind in Europa als Flüchtlinge anerkannt - vier Geschwister in Frankreich. (tso/AFP)

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