Frankreich : Le Pen in Umfragen bei 17 Prozent

Bei den Präsidentschaftwahlen in Frankreich in fünf Monaten hat der Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen einer Umfrage zufolge so gute Chancen wie noch nie. Die 500 so genannten Patenschaften für eine Bewerbung zur Wahl hat er aber noch nicht zusammen.

Paris - Einer Studie des Institutes CSA für die Tageszeitung "Le Monde" zufolge wollen derzeit 17 Prozent von 1002 Befragten für Le Pen stimmen. Zum selben Zeitpunkt vor der letzten Wahl 2002 hatte Le Pen in einer CSA-Umfrage nur neun Prozent erreicht; bei der tatsächlichen Wahl am 21. April 2002 kam er im ersten Durchgang dann auf 16,86 Prozent und zog damit in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Jacques Chirac ein.

Dass der Chef der Partei Front National (FN) in der Wählergunst so kräftig zulegte, erklärte CSA-Chef Stèphane Rozès in "Le Monde" unter anderem mit der Lage in den Vorstädten. Ein Teil der traditionellen Wählerschaft der gemäßigten Rechten sei aber auch enttäuscht über das Management der an Massenprotesten gescheiterten Reform des Kündigungsschutzes, sagte Rozès. Auf eine teilweise in Frankreich vertretene Hypothese, dass Le-Pen-Wähler inzwischen weniger Hemmungen haben, ihre Wahlabsichten kundzutun, ging er dabei nicht ein.

Le Pen hat noch nicht alle notwendigen 500 Patenschaften unter Frankreichs gut 36.000 Bürgermeistern und 4000 anderen gewählten Volksvertretern zusammen, um bei der Wahl im April und Mai antreten zu können. Sollte er die Zulassung verfehlen, würden seine Anhänger laut CSA vor allem den Konservativen Nicolas Sarkozy unterstützen, der in der ersten Runde um acht Punkte auf 37 Prozent zulegen würde. Der Chef der Regierungspartei UMP läge demnach dann gleichauf mit der Sozialistin Ségolène Royal, die wiederum durch Le-Pen-Anhänger fünf Punkte zulegen würde. Sarkozy hatte die Bürgermeister als potenzielle Wahlpaten ermuntert, auch anderen Kandidaten zur Zulassung zu verhelfen. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben