Frankreich : Sarkozy will Grundschüler zu Paten von Holocaust-Opfern machen

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will Kinder schon in der Grundschule mit dem Gedenken an die Opfer des Holocaust vertraut machen. Jeder Schüler soll sich mit einer persönlichen Geschichte auseinandersetzen. Zudem plant Sarkozy eine Reise nach Israel.

Sarkozy Foto: dpa
Will nach Israel: Nikolas Sarkozy plant eine Reise im Mai. -Foto: dpa

ParisJedem Schüler der vierten Klasse soll "das Gedenken eines der 11.000 französischen Kinder  anvertraut werden, die Opfer der Shoah geworden sind", sagte Sarkozy in Paris bei einer Veranstaltung des Zentralrats jüdischer Organisationen in Frankreich (CRIF).
  
Die Kinder im Alter von rund zehn Jahren sollten ab dem neuen Schuljahr "Namen und Existenz eines während der Shoah gestorbenen Kindes" kennenlernen. "Nichts ist bewegender für ein Kind als die Geschichte eines Kindes in seinem Alter, das die gleichen Spiele, die gleichen Freuden und die gleichen Hoffnungen hatte wie es selbst", sagt Sarkozy.

Der Präsident kündigte bei der Veranstaltung auch an, er werde im Mai zu seinem ersten Staatsbesuch nach Israel reisen, das dann den 60. Jahrestag der Staatsgründung feiert. Er werde dort "eine große Rede auf Einladung der Knesset", dem israelischen Parlament, halten. Sarkozy, der selbst jüdische Vorfahren hat, sagt, er sei ein Freund Israels. Er will die freundschaftlichen Beziehungen zu dem Staat stärken. Zum Konflikt mit den Palästinensern fügt der Präsident an, sein Land werde niemals "die Sicherheit Israels zum Gegenstand von Verhandlungen machen". Die Palästinenser müssten aber ihren eigenen Staat bekommen. Er halte eine Übereinkunft darüber bis zum Jahresende für "absolut möglich". (liv/AFP)
  

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