Frankreich : Sprengstoffanschläge im Baskenland

Nach einer Serie von Bombenanschlägen und Festnahmen baskischer Nationalisten befürchtet Frankreich eine Eskalation der Gewalt im Baskenland.

ParisDas Baskenland kommt nicht zur Ruhe. Am Morgen sind zwei Ferienhäuser im französischen Touristenort Guéthary nahe Bayonne bei Anschlägen schwer beschädigt worden. In Paris gingen unterdessen zwei 30-jährige Eta-Verdächtigte bei einer Verkehrskontrolle der Polizei ins Netz. Die Polizei sprach von einem Zufallserfolg. Am Vorabend waren in Saint-Jean-Pied-de-Port bei Bayonne drei mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrund-Organisation beim Transport von 165 Kilogramm Sprengstoff und Zündkabel verhaftet worden.

Die Attentäter von Guéthary hätten die Behörden anonym vorgewarnt, um ein Blutbad zu vermeiden, teilte die Feuerwehr mit. Die Sprengsätze hätten aber nicht mehr entschärft werden können. In den vergangenen Monaten waren im französischen Teil des Baskenlandes mehrfach Anschläge auf Gebäude und Fahrzeuge im Besitz von "Fremden" verübt worden. Das erinnert an die regelmäßigen fremdenfeindlichen Bombenanschläge korsischer Nationalisten auf Ferienhäuser und öffentliche Gebäude.

Offenbar Anschlag in Navarra geplant

Die drei am Montag verhafteten Eta-Verdächtigten planten nach Einschätzung der spanischen Polizei einen Autobombenanschlag in der nordspanischen Region Navarra. Sie waren mit drei Pistolen und einem Sturmgewehr bewaffnet. Zwei gehörten vermutlich zu einem Terrorkommando, der dritte sei der Sprengstoffbeschaffer gewesen, heißt es. Mit der Festnahme sei ein unmittelbar bevorstehender Anschlag verhindert worden.

Seit dem Ende der Eta-Waffenruhe am 6. Juni sind damit bereits elf mutmaßliche Terroristen der Organisation gefasst worden. Erst vor knapp zwei Wochen hatte die spanische Polizei im Süden des Landes ein mit 130 Kilogramm Sprengstoff beladenes Eta-Fahrzeug entdeckt. Während die französisch-baskischen Nationalisten bisher Gewalt gegen Personen möglichst vermeiden, schreckt die Eta auch vor Blutbädern nicht zurück. (mit dpa)

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