• FRANKREICH STREITET ÜBER SYRIEN-POLITIK: Ex-Präsident Sarkozy drängt auf „Aktion“, Hollande schickt Lazarett

FRANKREICH STREITET ÜBER SYRIEN-POLITIK : Ex-Präsident Sarkozy drängt auf „Aktion“, Hollande schickt Lazarett

Frankreichs Regierung verwahrt sich gegen Vorwürfe des Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy, in der Syrien-Krise untätig zu sein. „Von einem früheren Präsidenten würde man anderes erwarten, als eine Polemik über ein so ernstes Thema auszulösen“, sagte Außenminister Laurent Fabius in einem Interview der Zeitung „Le Parisien“. Dort wies er am Donnerstag Vergleiche der Lage in Syrien mit der Libyens vor einem Jahr zurück. Die geostrategischen und militärischen Unterschiede zwischen beiden Ländern seien so manifest, dass, anders als im Falle Libyens, „kein Land eine militärische Intervention fordert oder wünscht“, sagte Fabius. Sarkozy hatte Anfang der Woche mit dem Präsidenten des oppositionellen Syrischen Nationalrats, Abdelbasset Sieda, gesprochen. Danach veröffentlichten beide eine Erklärung, in der sie die „Notwendigkeit“ einer „raschen Aktion“ der internationalen Gemeinschaft zur Vermeidung von Massakern unterstrichen. Es gebe „große Ähnlichkeiten“ mit der libyschen Krise. Führende Vertreter der UMP, der Partei des Ex-Präsidenten, nahmen jetzt Sarkozys Äußerung zum Anlass, ihre Attacken zu verstärken. Frankreich hülle sich in „ohrenbetäubendes Schweigen“, meinte UMP-Generalsekretär Jean-Francois Copé. Außenminister Fabius konterte: „Wir sind nicht untätig“ – ein Hinweis auf die Entsendung eines Lazaretts an die jordanisch-syrische Grenze. Auf die Frage nach den Motiven für

Sarkozys Kritik antwortete er ironisch mit der Vermutung, der Ex-Präsident habe möglicherweise seine Einladung Assads zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli 2008 „nicht nur in guter Erinnerung“ behalten. Hans-Hagen Bremer

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