Französische Kommunalwahlen : Sarkozy Junior tritt in Vaters Fußstapfen

Jean Sarkozy macht es seinem Vater nach: Bei den Kommunalwahlen zog er in den Rat des Départements Hauts-de-Seine - wie schon Sarkozy Senior im gleichen Alter. Von "Erbfolge" will man bei der UMP allerdings nichts wissen.

Sarkozy Junior siegt im ersten Wahlgang
Jean Sarkozy: Künftig macht er Politik im Rat des Départements Hauts-de-Seine. -Foto: dpa

Neuilly/ParisRückschlag für den Vater, Karrierebeginn für den Sohn: Jean Sarkozy, Spross des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, ist bei der Kommunalwahl am Sonntag in sein erstes politisches Amt gewählt worden. Der 21-Jährige zog nach amtlichen Angaben mit 52 Prozent der Stimmen als Kandidat der konservativen Regierungspartei UMP in den Rat des Départements Hauts-de-Seine ein. Die reichste französische Stadt Neuilly, wo der Präsidenten-Sohn antrat, ist die Hochburg der "Sarkozy-Dynastie": Hier war auch der jetzige Präsident Nicolas Sarkozy mit 22 Jahren Gemeinderat geworden und von 1983 bis 2002 Bürgermeister.

Wie sein Vater begann Jean Sarkozy seine politische Karriere mit einem "Putsch". Nicolas Sarkozy war mit 28 Jahren Bürgermeister geworden, nachdem er den "Parteielefanten" Charles Pasqua verdrängt hatte. Jean Sarkozy kandidierte zunächst auf der Liste des Präsidentensprechers David Martinon für den Gemeinderat, dem er Treue "bis in den Tod" versprach. Dann stürzte er mit Mitstreitern Martinon und spielte anschließend Mitstreiter und Widersacher gegeneinander aus, um sich den Platz im Départementsrat zu sichern. Sein Vater, der in Neuilly bei der Präsidentenwahl knapp drei Viertel der Stimmen erhalten hatte, half dabei.

Kurzzeitig war Jean Sarkozy selbst als Bürgermeisterkandidat gehandelt worden. Die UMP setzte aber einen anderen Bewerber ein. UMP-Generalsekretär Patrick Devedjian erklärte dazu, Sarkozy junior sei zwar talentiert, aber zu jung. In der Republik würden Ämter durch Verdienst erlangt, durch Arbeit, "aber nicht durch Erbfolge". Jean Sarkozy zeigte sich dennoch selbstbewusst: "In der Demokratie ist nur der Sieg schön", sagte er der Zeitung "Le Parisien". Berauschend ist Sarkozys Wahlerfolg allerdings nicht: Sein konservativer Amtsvorgänger hatte 72 Prozent der Stimmen erhalten. (nim/AFP/dpa)

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