Französische Sozialisten : Ségolène Royal hat nicht mehr viel zu melden

Weder Ségolène Royal noch ihre Anhänger sind in der neuen Führung der französischen Sozialisten vertreten. Royals Rivalin Aubry, die bei den Wahlen zum Vorsitz knapp gewonnen hatte, besetzte die Führung mit ihren Vertrauten.

Ségolène Royal,
Ségolène Royal ist nicht mehr in der Führung der französischen Sozialistischen Partei vertreten. -Foto: dpa

ParisSégolène Royal, die knapp unterlegene Kandidatin für den Vorsitz der französischen Sozialisten, hat in ihrer Partei künftig nicht mehr viel zu sagen. Parteichefin Martine Aubry stellte am Samstag die neue Führung der PS vor, an der weder Royal noch ihre Anhänger beteiligt sind. Royal hatte ein Angebot zur Zusammenarbeit ausgeschlagen, nachdem Aubry ihr nicht die gewünschte Zahl von Spitzenpositionen zur Verfügung stellte. Royal verzichtete auf eine Teilnahme am Nationalrat, auf dem am Samstag in Paris über das künftige Programm abgestimmt wurde.

Benoît Hamon vom linken Parteiflügel, der bei der Vorentscheidung für den Parteivorsitz auf Platz drei gekommen war, ist der neue Sprecher der Partei. Die übrigen Posten der 38-köpfigen Parteiführung wurden überwiegend mit Anhängern Aubrys besetzt. Aubry schloss nicht aus, ihrer Ex-Rivalin Royal später doch noch Zugang zu einem Parteiamt zu verschaffen. "Die Tür bleibt offen", sagte sie.

Aubry verspricht Erneuerung ihrer Partei

Royal, die bei der Wahl unter den Parteimitgliedern mit nur 102 Stimmen Unterschied knapp verloren hatte, hat bereits angekündigt, bei der Präsidentschaftswahl 2012 erneut kandidieren zu wollen. 2007 war sie dem aktuellen Präsidenten Nicolas Sarkozy unterlegen.

Aubry versprach die Erneuerung ihrer Partei, deren Führung nun zur Hälfte aus Frauen und Männern besteht und mehrere Politiker mit nichtfranzösischen Wurzeln umfasst. Etwa 40 Prozent der Führungsriege seien jünger als 40 Jahre, betonte sie. Aubry war in die Kritik geraten, weil sie sich in ihrem Wahlkampf von der alten Garde der Sozialisten unterstützen ließ und für die traditionelle, gewerkschaftsnahe Linke steht. (ut/dpa)

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