Frau aus Syrien verletzt : Slowakischer Zoll schießt auf Schlepper-Auto mit Flüchtlingen

Slowakische Zöllner schießen auf ein mutmaßliches Schleuser-Auto. Eine Frau wird getroffen. Die Polizei knausert mit Informationen.

Bei einem Einsatz gegen illegal eingereiste Migranten haben slowakische Zöllner eine Frau aus Syrien angeschossen und verletzt. Wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete, habe eine Streife der eigentlich für Zollvergehen zuständigen Finanzpolizei in der Nacht auf Montag vier mit Migranten besetzte Autos bei Velky Meder, an der ungarischen Grenze südöstlich von Bratislava, aufgehalten. Eines der Fahrzeuge sei aber erst durch Schüsse zu stoppen gewesen. Ein Sprecher des Krankenhauses der nahegelegenen Bezirksstadt Dunajska Streda bestätigte, dass eine 26-jährige Frau aus Syrien wegen einer Schusswunde operiert worden sei. Man habe ihr ein Projektil aus dem Rücken entfernt.

Eine Sprecherin der Finanzpolizei erklärte, der Fahrer eines der vier Autos habe die Zöllner bedroht, die ihn zum Anhalten aufgefordert hatten. Daraufhin hätten sie mehrere Schüsse auf die Reifen des Fahrzeugs abgegeben. Einer von diesen Schüssen habe aber offensichtlich die Frau im Inneren des Wagens getroffen. Die als Schleuser verdächtigten Fahrer der vier Autos sowie die in den Fahrzeugen entdeckten Migranten seien an die Grenzpolizei übergeben worden, erklärte die Sprecherin. Grenzpolizei und Polizeipräsidium wollten sich bis zum Nachmittag noch nicht zu dem Zwischenfall äußern.

Nach offiziell nicht bestätigten Informationen der Nachrichtenagentur SITA sollen die mindestens elf Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan stammen, die vermutlich sechs verhafteten Schlepper hingegen aus Ungarn und Rumänien. Das Innenministerium in Bratislava hatte zuvor bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass - wegen der stärkeren Kontrollen der österreichischen Grenze zu Ungarn - Schlepper und Migranten wohl eine Ausweichroute über die Slowakei und Tschechien nach Deutschland suchen dürften. Die Slowakei selbst nimmt fast keine Flüchtlinge auf. (dpa)

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