Politik : Fregatte für Kampf gegen Piraten

Deauville - Deutsche Soldaten sollen in Kürze im Kampf gegen Piraten vor der Küste Somalias eingesetzt werden. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte am Mittwoch, Deutschland werde sich vermutlich mit einer Fregatte an einer EU-Militäraktion gegen Piraten beteiligen. Sie soll spätestens zum Jahresende einsatzbereit sein. Geplant ist die Entsendung von drei Fregatten, einem Versorgungsschiff und drei See-Aufklärungsflugzeugen durch die EU-Staaten. Sie sollen Konvois von Handelsschiffen gegen die Piratenangriffe im Indischen Ozean am Horn von Afrika beschützen. „Ich halte es für notwendig, dass wir gegen Piraten wirkungsvoll vorgehen“, sagte Jung am Rande eines Treffens der EU-Verteidigungsminister. „Ich denke, dass wir im Rahmen einer Fregatte uns auch mit beteiligen werden.“ Seeräuber haben derzeit rund ein Dutzend Schiffe in ihrer Gewalt, darunter einen ukrainischen Frachter, der Panzer an Bord hat.

Die Küste vor Somalia gilt wegen der zahlreichen Piratenüberfälle als eines der gefährlichsten Gewässer der Welt. In den vergangenen Monaten brachten Seeräuber mehrfach europäische und asiatische Schiffe in ihre Gewalt, darunter auch einen deutschen Frachter. Die deutsche Marine ist schon jetzt im Rahmen der Anti-Terror-Operation „Enduring Freedom“ (OEF) am Horn von Afrika eingesetzt. Allerdings konnten ihre dort stationierten Fregatten gemäß Mandat nur im Rahmen der Nothilfe gegen Piraten vorgehen. Zuletzt hatte die deutsche Marine gar keine Kriegsschiffe in der Region, sondern unterstützte die OEF-Kräfte mit zwei Seefernaufklärern. Mitte November sollen die beiden Flugzeuge von der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ abgelöst werden. S.K./dpa

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