Politik : "Freibeträge nach Alter staffeln" (Interview)

Herr Lucht[sind die aus dem B],esfinanzministeri

Carsten Lucht ist Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbands Finanzdienstleistungen in Berlin.

Herr Lucht, sind die aus dem Bundesfinanzministerium zu hörenden Vorschläge geeignet, das Problem der Altersvorsorge in unserer Gesellschaft zu lösen?

Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass ein geschlossenes Konzept noch nicht vorliegt. Es handelt sich bisher um Denkmodelle, mit denen die Regierung auszuloten versucht, was in der Bevölkerung und bei den Interessenvertretern durchsetzbar ist, und was nicht.

Steht der Systemwechsel zur nachgelagerten Besteuerung in der Altersversorgung also noch in den Sternen - viel Rauch um nichts?

Nein. Ich bin froh, dass die Regierung endlich dieses Problem angeht. Auch wenn die Vorschläge noch unausgegoren sind, so ist man doch auf einem guten Weg. Und ich denke, der Druck ist groß genug, dass noch im Laufe dieses Jahres ein umfassendes Konzept vorliegen wird.

Was müsste die Bundesregierung Ihrer Meinung nach tun, damit es in dieser Frage tatsächlich zur Reform kommt?

Die Lobbyisten müssen überzeugt werden. Die Regierung muss Vertreter der Unternehmen, der Beamten und der Rentenversicherungsanstalten an einen Tisch bekommen. Ziel muss ein einheitliches Modell sein, das die Beamtenpensionen und die "normalen" Rentenversicherungen umfasst.

Wie kommt denn die heutige junge Generation bei einer Reform weg?

Die heute ungefähr 25- bis 45-jährigen haben die höchste Belastung. Sie müssen die heutigen Rentner bezahlen und für die spätere eigene Altersversorgung zusätzlich was tun. Sie haben bisher erstaunlich still gehalten und müssten bei einer Reform die größte steuerliche Entlastung bekommen: Die Freibeträge bei der Altersvorsorge sollten deshalb nach dem Alter gestaffelt werden. Mit Carsten Lucht sprach Bernd Frank.

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