Politik : Freigang für Klar – aber nicht in Berlin

Stuttgart - Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar darf Ende des Jahres voraussichtlich erstmals allein das Gefängnis im badischen Bruchsal für kurze Zeit verlassen. „Wir werden einen Lockerungsplan anbieten“, sagte Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) in Stuttgart. Dieser sehe auch vor, dass Klar in den letzten drei Monaten des Jahres ab und zu das Gefängnis ohne Begleitung verlassen könne. Anfang 2008 – ein Jahr vor seiner möglichen Entlassung – könnte Klar dann Freigang bekommen. Dies umfasst eine regelmäßige Beschäftigung außerhalb der Anstalt.

Goll knüpfte den Freigang aber an die Bedingung, dass Klar sich nicht nach Berlin verlegen lassen will. Der Minister will nicht zulassen, dass Klar dort ein Praktikum am Berliner Ensemble absolviert. „Das wäre eine Provokation“, sagte der FDP-Politiker. Intendant Claus Peymann hatte Klar diese Beschäftigung angeboten. Bisher hatte Goll weitere Lockerungen von einem weiteren Gutachten über die Rückfallgefahr Klars abhängig gemacht. Klar lehnt dies ab.

Der Ex-RAF-Terrorist hatte am Donnerstag erstmals ohne Fesseln und in Begleitung das Gefängnis verlassen. Diese erste Stufe der Haftlockerung hatte sich Klar am 24. April vor dem Landgericht Karlsruhe erstritten. Bisher hatte der 55-Jährige das Gefängnis nur zu so genannten Ausführungen mit Handschellen verlassen dürfen. Klar sitzt seit mehr als 24 Jahren im Gefängnis. Er wurde unter anderem wegen gemeinschaftlichen Mordes von RAF-Terroristen an Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer und an Generalbundesanwalt Siegfried Buback (beides 1977) verurteilt.dpa

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