Freigelassene Irak-Geisel : "Ich bitte die Deutschen, Afghanistan zu verlassen"

Die aus der Geiselhaft im Irak freigelassene Deutsche Hannelore Krause hat die Bundesregierung gebeten, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen. Gleichzeitig flehte sie um das Leben ihres Sohnes, der weiter in der Hand der Entführer ist.

DubaiDie nach gut fünf Monaten aus der Geiselhaft im Irak freigelassene Deutsche Hannelore Krause hat die Bundesregierung gebeten, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen. Sollte dies nicht geschehen, drohe ihrem weiter in Geiselhaft befindlichen Sohn die Hinrichtung durch die Entführer, sagte Krause in einem Interview des arabischen Fernsehsenders Al Arabija. "Ich bitte die Deutschen, Afghanistan zu verlassen und die deutsche Armee abzuziehen", sagte die 62-Jährige in dem auf Deutsch gehaltenen Interview, das von dem Sender ins Arabische übersetzt wurde. "Wenn diese Forderung nicht erfüllt wird, werden sie meinen Sohn töten."

Die aufgewühlt wirkende Krause wandte sich in dem Interview auch direkt an ihre Entführer und sagte, sie danke ihnen "für die gute Behandlung". Weiter sagte sie: "Ich rufe diese Gruppe auf, ich flehe sie an, meinen Sohn freizulassen und ihm nichts Böses anzutun." Die Entführer-Gruppe bezeichnete sie als Kataeb Siham el Hak. Krause befand sich nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) seit Dienstagnachmittag in Freiheit und hielt sich in der deutschen Botschaft in Bagdad auf.

 Die 62-jährige Deutsche, die mit einem Iraker verheiratet ist und seit Jahren im Irak lebt, war am 6. Februar 2007 zusammen mit ihrem Sohn aus ihrem Haus in Bagdad verschleppt worden. Ihre Entführer hatten sich unter dem Namen Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit gemeldet und in zwei Videobotschaften mit der Hinrichtung ihrer Geiseln gedroht, sollte Deutschland nicht rasch seine Truppen aus Afghanistan abziehen. (mit AFP)

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