Politik : Freilassung der PKK-Geiseln könnte dauern

Hamburg - Eine schnelle Lösung des Geiseldramas in der Türkei ist nach einem Bericht des „Spiegel“ am feindlichen Verhältnis der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK zur türkischen Regierung gescheitert. Seit Dienstag vergangener Woche hält die PKK drei deutsche Bergsteiger als Geiseln. Die Männer aus Bayern wurden am Berg Ararat verschleppt.

Laut „Spiegel“ hat die PKK dem Berliner Krisenstab kurz nach der Entführung die Freilassung der drei Geiseln angeboten. Sie sollten dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz übergeben werden. Die türkische Regierung habe dies abgelehnt und erklärt, auf ihrem Staatsgebiet dürfe nur die islamische Hilfsorganisation Roter Halbmond operieren. Deren Vermittlung habe die PKK abgelehnt. Der Krisenstab fürchtet demnach, dass die unterschiedlichen Interessen der Kontrahenten die Freilassung erschweren. Offenbar beharre die PKK auf einer öffentlichkeitswirksamen Übergabe, die Türken dagegen wollten einen Propaganda-Coup der Kurden vermeiden. Nach Tagesspiegel-Informationen wird in der Tat nach einer gesichtswahrenden Lösung für die PKK gesucht. Jedoch würden Unstimmigkeiten zwischen deren politischer Führung und dem militärischen Flügel eine Einigung erschweren. Die in Europa und den USA als Terrororganisation eingestufte PKK ist in Deutschland seit 1993 verboten. Die „Partiya Karkeren Kurdistan“ kämpft seit 1984 für einen Kurdenstaat oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Die Entführer verlangen von Berlin eine Erklärung, dass Deutschland seine „feindliche Politik gegenüber dem kurdischen Volk und der PKK“ aufgebe. dpa/Tsp

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