Freital in Sachsen : Anschläge auf Linken-Büro und Flüchtlingswohnung

Im sächsischen Freital gab es am Wochenende zwei Anschläge: Am Büro der Linkspartei ging eine Fensterscheibe zu Bruch, vor dem Fenster einer Flüchtlingswohnung explodierte ein Böller.

Freital in Sachsen ist in den letzten Monaten immer wieder durch fremdenfeindliche Übergriffe aufgefallen (hier ein Bild von Anfang September).
"Bitte flüchten Sie weiter! Es gibt hier nichts zu wohnen!": Freital in Sachsen ist in den letzten Monaten immer wieder durch...Foto: Tobias Schwarz/AFP

Im sächsischen Freital ist offenbar ein Anschlag auf das Büro der Linkspartei verübt worden. Gegen 23 Uhr am Sonntagabend habe es einen lauten Knall gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei in Dresden. Eine Fensterscheibe des Büros sei zu Bruch gegangen. Darüber hinaus habe es keine Schäden und keine Verletzten gegeben. Wie es zu dem Vorfall kam und welche Hintergründe er hat, ermittele nun die Kriminalpolizei. Hinweise auf Täter gab es zunächst nicht.

Erst in der Nacht zuvor hatten unbekannte Täter in Freital mit einem Böller einen Anschlag auf eine Wohnung für Flüchtlinge verübt. Sie hatten den Feuerwerkskörper auf einem Fensterbrett angezündet, woraufhin die Scheibe zersplitterte. Verletzt wurde niemand.

Ende Juli war das Auto des Freitaler Linken-Stadtrats Michael Richter Ziel einer Attacke. Dabei wurden Karosserie und Scheiben des Fahrzeugs beschädigt. Das sogenannte Operative Abwehrzentrum (OAZ) der sächsischen Polizei, in dem die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft zu Straftaten mit rechtsextremen Hintergrund landesweit koordiniert werden, übernahm die Ermittlungen.

Im südlich von Dresden gelegenen Freital gibt es schon seit Monaten Proteste gegen eine Asylunterkunft in einem ehemaligen Hotel. Rechtsextreme und selbsternannte "Bürgerwehren" machten in aggressiver Weise Stimmung gegen die Einrichtung. Es gab auch Angriffe auf Demonstranten, die sich für die Flüchtlinge in Freital einsetzten. Generell gab es in Sachsen in den letzten Monaten zahlreiche fremdenfeindliche Übergriffe. (dpa/AFP)

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben