"Frieden für die Ukraine" : Botschaft an die Welt bei Paralympics-Abschlussfeier

Die Paralympics in Sotschi waren politisch geprägt - zur Abschiedsfeier am Abend des Krim-Referendums setzte noch einmal die ukrainische Mannschaft ein stilles Zeichen des Protests gegen Gastgeber Russland.

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Es waren politisch geprägte Spiele, bis zuletzt, und sie endeten mit einem Appell für Frieden auf der Krim und in der Welt. Das Stadion war voll besetzt, der russische Staatspräsident Wladimir Putin wärmte sich unter einer der typischen regenbogenfarbenen Sotschi-Decken, als die Fahnenträger der 45 bei den Paralympischen Spielen in Sotschi vertretenen Nationen ins voll besetzte Fisht-Stadion einliefen. Besonders eine Mannschaft wurde mit Interesse von den Medien der Welt beobachtet: Die Ukraine. Ihre Rollstuhlsportlerin schwenkte die blau-gelbe Flagge - und trug ein Shirt mit dem Aufdruck "Peace", Frieden. Es war eine verzweifelte Botschaft der Ukraine, ihrer 31 Sportler und rund nochmal so vieler Betreuer, Trainer, Guides. Schon bei der Eröffnungsfeier hatte die ukrainische Mannschaft ihren Protesdt gezeigt, indem der ukrainische Athlet Michailo Tkatschenko alleine ohne den Rest der Mannschaft mit der ukrainischen Flagge ins Stadion kam.

Auf der bewegenden Abschlussfeier wurde unterdessen viel mit Worten gespielt. Einmal bildeten riesige bunte Blöcke den Begriff "Game over", die Spiele sind vorbei.  Dann stand da in großen Lettern „Impossible“ -d araus wurde aber „I’m possible". Jeder kann alles möglich machen: Athleten, Besucher, Politiker. Der stellvertretende Ministerpräsident Dmitri Kozak sagte, er sei stolz, dass die Sicherheit aller gewährleistet wurde. Und Russland werde jetzt behindertengerechter. Zuvor hallten „Russia, Russia“-Sprechchöre durchs volle Stadion. Auch Jose Carreras sang. Und zum Schluss tanzten alle zu Electro-Musik.

Nichts ist unmöglich: Farbenfrohe Botschaft auf der Abschlussfeier der Paralympics.
Nichts ist unmöglich: Farbenfrohe Botschaft auf der Abschlussfeier der Paralympics.Foto: Thilo Rückeis

Als das Stadion sich langsam leerte, wunderten sich schon die verbliebenen Besucher, ob jetzt mitten in der halle Schneefall einsetze. Es war aber Seifenschaum, der offensichtlich zur Reinigung der Anlagen vom Stadiondach herabgelassen wurde. Journalisten mussten hektisch ihre Laptops und Kameras einpacken, damit diese nicht beschädigt werden.

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