Politik : Friedensappelle in Nahost verhallen ungehört

Gaza - Die neue Nahost-Mission von US-Außenministerin Condoleezza Rice hat am Dienstag einen weiteren Rückschlag erlitten. Israelische Panzer drangen nach Angaben von Zeugen und palästinensischen Sicherheitskräften am Abend erneut in den Gazastreifen ein. Im Süden des Palästinensergebiets unweit des Flüchtlingslagers Chan Junis hätten sich Kämpfer der radikalen Palästinenserorganisation Hamas und israelische Soldaten heftige Gefechte geliefert. Rice hatte bei ihrem Besuch in der Region zuvor sowohl Israel als auch die Palästinenser zu einem Ende der Gewalt aufgerufen und mehr Anstrengungen für den Friedensprozess verlangt.

Augenzeugen berichteten aus Chan Junis, nachdem israelische Panzer in der Nähe des Übergangs Kissufim in den Gazastreifen vorgedrungen seien, hätten Hamas-Kämpfer mit Handfeuerwaffen und Mörsergranaten auf die Truppen geschossen. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, die israelischen Soldaten hätten das Haus eines mutmaßlichen Mitglieds der radikalen Bewegung Islamischer Dschihad umstellt.

Rice hatte zuvor beide Seiten im Konflikt aufgerufen, sich für einen „aktiven Friedensprozess“ einzusetzen. Bei ihrem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Nachmittag in Ramallah hatte dieser eine Feuerpause als Voraussetzung für die Fortsetzung der Friedensgespräche verlangt. Abbas hatte die Verhandlungen am Wochenende ausgesetzt, nachdem bei einer israelischen Offensive im Gazastreifen mehr als 100 Palästinenser getötet worden waren. AFP

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