Politik : Friedensgäste

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Sie logieren im feinen Hotel „Raschid“. Sie sind während ihres Aufenthalts Gäste der irakischen Regierung. Die Friedensbewegten aus aller Welt, die sich am Vorabend eines drohenden Krieges in Bagdad eingefunden haben, wollen sich aber in der Regel nicht vom Regime Saddam Husseins vereinnahmen lassen. „Ich bin ja nicht für das Regime hier“, beteuert die 47-jährige Geigerin und Musikpädagogin Ingrid Schöller aus Hamburg. Sie kam mit einer 35-köpfigen Abordnung der „Weyher Initiative für den Frieden“, einer Gruppe aus Weyhe bei Bremen, die aus einer Friedensmahnwache hervorgegangen ist. Sie selbst sei von außen dazugestoßen, erzählt sie. In einer politischen Diskussionsrunde habe sie ein Orientalist auf diese Reisemöglichkeit aufmerksam gemacht. „Zuerst hatte ich schon Angst, weil ich ja nicht wissen konnte, wie schnell sich das alles entwickelt“, aber schließlich überwog das Motiv, das die meisten der angereisten Friedensbewegten bewegt: „Um in Deutschland berichten zu können, was ich hier gesehen habe.“ dpa

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